Turbain (Karl), Erzgießer, geb. in Wien 6. Mai 1823, aus einer franz. Emigrantenfamilie stammend, begann seine Laufbahn als Gürtler und Bronzearbeiter, wendete sich aber dem Studium des monumentalen Kunsterzgusses zu, auf welchem Gebiete er einer der ausgezeichnetsten Meister wurde. Nach vielen Schwierigkeiten gelang ihm endlich die Errichtung einer eigenen Gießerei und die Erlangung bedeutender Aufträge für dieselbe. Künstler wie Zumbusch, König, Tilgner ließen ihre Modelle am liebsten durch T. ausführen, dessen Güsse sich durch Ursprünglichkeit, Schärfe und Reinheit auszeichneten. Das herrlichste Werk seiner Gußhütte ist das Beethoven-Monument in Wien von Zumbusch, ferner sind zu nennen die Güsse von einigen Statuen des 1886 in Vollendung begriffenen Maria Theresia-Denkmals; für Tilgner goß er die anmutige Gruppe eines Springbrunnens, für König mehrere nach Rußland bestimmte Grabfiguren u. s. w. T. starb in Wien 18. April 1886.