FeedUrinatores nannte
TierreichBrockhaus 1882

Urinatores nannte, nach Cuviers Vorgang, Sundevall die zu einer Ordnung vereinigten Familien der Taucher (Colymbidae), Alke (Alcidae) und Pinguine (Spheniscidae). Doch dürfte ein nur äußerlich ähnlicher, durch gleiche Lebensweise bedingter Habitus zu dieser Vereinigung Veranlassung gegeben haben; die Pinguine sind in ihrer ganzen Organisation so abweichend von allen andern Vögeln, daß sie sicher eine eigene, und zwar die niedrigste, den Reptilien unter den lebenden Vögeln am nächsten stehende Familie bilden müssen. urinsistel, Harnfistel (süstula urinaria), ein widernatürlicher geschwüriger Gang zwischen der Schleimhaut der Harnorgane und der äußern Haut oder den Wandungen einer Körperhöhle, durch welchen Urin abträufelt. Die innere Offnung der U. befindet sich in den Nieren, den Harnleitern, der Harnblase oder der Harnröhre, während die äußere am Damm, am Penis, im Mastdarm oder in der Scheide gelegen ist. Wird durch die Fistel die Harnblase mit dem Mastdarm in abnorme Verbindung gebracht, so spricht man von einer Blasenmastdarmfistel (tstula recto-vesicalis); verläuft dagegen der fistulöse Kanal von der Harnblase nach der Scheide, so entsteht die Blasenscheidenfistel (fistula vesico-vaginalis), welche fast immer die Folge schwerer und langdauernder Geburten ist. Die U. ist wegen des beständigen Harnabflusses und des damit verbundenen häßlichen Geruchs ein überaus lästiges und ekelhaftes Übel, welches sich nur auf operativem Wege (Anlegen der blutigen Naht) beseitigen läßt. (säure.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 71Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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