Vandalismus, rohe Zerstörung von Kunstwerken, wie man früher solche mit Unrecht den Vandalen nachsagte. Bandamme (Dominique Jos.), Graf von Hüneburg, franz. General, geb. 5. Nov. 1770 zu Cassel im franz. Nord-Departement, trat 1788 in ein Kolonialregiment, kehrte 1789 beim Ausbruch der Revolution nach Frankreich zurück und errichtete 1792 eine Freischar (Chasseurs du Mont-Cassel), an deren Spitze er sich so auszeichnete, daß er 1793 zum Brigadegeneral bei der Nordarmee ernannt wurde. Er stand 1795 bei der Sambre- und Maasarmee unter Jourdan und 1796 in der Rheinarmee. Nach dem Rückzuge Moreaus 1796 eroberte V. die Verschanzungen vor Kehl und an der Brücke von Hüningen. Bei Eröffnung des Feldzugs von 1797 befehligte er die Vorhut. Nach dem Frieden von Campo-Formio blieb er lange in Unthätigkeit, bis er im Febr. 1799 als Divisionsgeneral in der Armee an der Donau wieder angestellt wurde. Im J. 1800 und 1801 kämpfte er am Oberrhein. Im J. 1803 erhielt er vom Ersten Konsul das Kommando der 16. Militärdivision. Im Feldzuge von 1805 zeichnete er sich in der Schlacht bei Austerlitz aus. Während des Kriegs von 1806 und 1807 befehligte er in Schlesien, 1809 die württemb. Division, und war in den folgenden Jahren Inspekteur der Kavallerie. Bei areseht des russ. Feldzugs von 1812 erhielt er den Befeh über das 8. Armeekorps (Westfalen), überwarf sich aber mit dem König Hieronymus und wurde deshalb von der Armee entfernt. Zu Anfang des J. 1813 wieder angestellt, organisierte er das 1. Armeekorps in Niedersachsen. Er machte sich verhaßt durch Härte und Erpressung und vernachlässigte die Mannszucht. In Bremen verurteilte er als Präsident des Kriegsgerichts zwei deutsche Patrioten, Ludwig von Berger und von Fink, zum Tode und ließ dieselben erschießen, wiewohl der öffentliche Ankläger nur auf Gefängnis angetragen hatte. Während Napoleon im Aug. 1813 aus Schlesien zur Schlacht bei Dresden marschierte, schickte er V. 25. Aug. mit einem Korps von 30000 Mann nach Böhmen, wo er dem über das Erzgebirge zurückweichenden Feinde in den Rücken und die Flanke fallen sollte. V. griff zwar, nachdem Napoleon 27. Aug. bei Dresden gesiegt, die Verbündeten an, wurde sedoch vom Kaiser nicht unterstützt, des halb bei Kulm (s. d.) geschlagen und mußte sich 30. Aug. mit 10000 Mann und 81 Kanonen ergeben. Man schaffte ihn nach Rußland, wo er an der Grenze von Sibirien gefangen blieb. Nach der ersten Restauration durfte er nach Frankreich zurückkehren, erhielt jedoch von den Bourbons keine Anstellung. Während der Hundert Tage erhob ihn Napoleon 2. Juni 1815 zum Pair und gab ihm den Befehl über das 3. Armeekorps. Nach der Schlacht bei Ligny ging er unter Grouchy mit zur Verfolgung der Preußen und kämpfte 18. Juni 1815 bei Wavre gegen das Thielmannsche Korps. Nach der Schlacht bei Waterloo zogen sich beide Generale unter die Mauern von Paris und demnächst hinter die Loire zurück. Nach der zweiten Restauration wurde V. aus Frankreich verbannt und wanderte nach Nordamerika aus, von wo er 1817 zurückkehrte. Er durfte sich nun bei Gent ein Landgut kaufen und blieb daselbst, obschon 1822 seine Wiederaufnahme in die franz. Armee erfolgte. Nachdem er im Sept. 1824 auf Halbsold gesetzt worden, kehrte er nach Frankreich in seine Vaterstadt zurück, wo er 15. Juli 1830 starb. Vgl. Du Casse, Le général V. et sa correspondance (2 Bde., Par. 1870).