Dumas (Matthieu, Graf), franz. General, geb. zu Montpellier 23. Dez. 1753, trat früh in die franz. Kavallerie und nahm als Adjutant Rochambeaus an dem nordamerik. Unabhängigkeitskriege teil. Nach seiner Rückkehr, beim Ausbruche der Revolution, organisierte er mit Lafayette die pariser Nationalgarde. Als Mitglied der Nationalversammlung riet er gegen die gewaltsame Politik, namentlich ehrlt den Krieg mit Österreich. Seine Unentehrlichkeit im Kriegsministerium schützte ihn lange vor Verfolgung. Nach der Auflösung der Gesetzgebenden Versammlung verließ er Frankreich, um der Deportation zu entgehen, und fand eine Freistatt in der Schweiz. Nach Einsetzung des Direktoriums wurde er in den Rat der Alten gewählt, jedoch als Gemäßigter in die Proskription des 18. Fructidor verwickelt, floh nach Hamburg, wo er sich mit litterarischen Arbeiten beschäftigte, später nach Holstein. Der Erste Konsul rief ihn 1800 zurück und ernannte ihn zum Chef des Generalstabes der sog. Reservearmee, mit welcher Bonaparte die Alpen überstieg. D. wurde 1802 Staatsrat, bearbeitete den Entwurf über die Stiftung der Ehrenlegion und wurde 1805 Divisionsgeneral. Nach dem Bapitn gab ihn Napoleon seinem Bruder Joseph mit nach Neapel, wo ihn dieser zum Kriegsminister und Großmarschall des Palastes ernannte. Er folgte dem König auch nach Spanien und war hier Generaladjutant der kaiserl. Armee. Der Kaiser rief ihn aber bald zurück, worauf er in gleicher Stellung dem Feldzuge gegen Ssterreich beiwohnte und 12. Juli 1809 den Waffenstillstand von Znaim abschloß. Im Kriege von 1812 versah er das Amt eines Generalintendanten der Armee, ebenso 1813, wo er mit der Besatzung von Dresden gefangen wurde. Im J. 1814 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt und von Ludwig XVIII. zum Staatsrat ernannt, erhielt er 1822 seine Entlassung, trat, nachdem er 1827 in die Kammer gewählt worden, zur Opposition und gehörte 1830 zu den 221 Deputierten, die durch ihre Adresse die Julirevolution einleiteten. Nach dem Sturze Karls X. organisierte er unter Ludwig Philipp abermals die pariser Nationalgarde und ward zum Befehlshaber aller Nationalgarden von Frankreich ernannt, worauf er 1831 die Pairswürde erhielt. Er starb fast ganz erblindet 16. Okt. 1837 zu Paris. In der militärischen Litteratur hat er sich durch mehrere Werke bekannt gemacht, unter denen namentlich der Précis des événements militaires, ou essai historique sur les campagnes de 1799 à 1814 (19 Bde., Par. 1816—26; deutsch von Kausler) hervorzuheben ist; die Beschreibung des Überganges der Armee über den Splügen ist darin besonders bemerkenswert. Seine die Zeit von 1770 —1836 umfassenden Memoiren hat sein Sohn (Par. 1839) herausgegeben. [Lampen.