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PflanzenreichBrockhaus 1882

Venusschuh, s. Cypripedium. Benusseuche, soviel wie Syphilis. Beuuswagen, Pflanzenart, s. unter Aconit. hochdeutsch ver ...; verwandt mit vor, für, fort und fern), deutsche tonlose, untrennbare Vorsilbe vieler Zeitwörter und davon abgeleiteter Haupt- und Beiwörter, nicht aber unmittelbar zur Bildung von Haupt⸗ und Beiwörtern selbst dienend, mit Ausnahme einiger in der Form des Participii pertecti gebildeter Beiwörter (wie verhaßt, verschämt, verwegen). Dieselbe bedeutet ursprünglich soviel wie fort, weg, anderswohin u. s. w., und bezeichnet daher eine von dem persönlichen Subjekt oder dessen Standort abgewendete Bewegung oder Richtung. Sie bildet abgeleitete Zeitwörter: 1) Von Zeitwörtern: a. im Sinne der örtlichen Entfernung, wie verbannen, verjagen, verkaufen; b. im Sinne des Verlustes, Verderbens, Irrtums, wie vergessen, verführen, sich vergreifen; c. im Sinne völliger Verwendung oder Verzehrung, oder überhaupt von Ende, Ausgang u. s. w., wie verbrauchen, verbringen, verbluten, verbrennen, verfaulen, verwesen: d. im Sinne des Bedeckens, Verschließens, Hinderns u. s. w., wie vergraben, verschneien, versiegeln, verwachsen; e. im Sinne des Versetzens oder Geratens in einen Zustand, wo ver . . . entweder nur verstärkender Zusatz ist, wie verändern, vermehren, verbessern u. s. w., oder diesen Begriff dem einfachen Zeitwort erst hinzufügt, wie verzagen, sich verlieben; f. in manchen Wörtern scheint ver ... aus vor oder für entstanden zu sein, wie verfechten (vorfechten oder für etwas fechten), vertreten (vor etwas treten zum Schutz). 2) Von Haupt⸗ oder Beiwörtern (nur in Bildungen der neuern Sprache), wo ver. übereinstimmend mit der Bedeutung unter 1 e überhaupt die Versetzung, seltener das Geraten in den durch das Stammwort bezeichneten Zustand ausdrückt: a. von Hauptwörtern, wie vergöttern, verwitwen; resp. wie verungtücken; besonders auch die Umwandlung eines Stoffs in einen andern, z. B. verglasen, verkalken, oder auch die liberziehung mit einem solchen, z. B. vergolden, versilbern bezeichnend; b. von Beiwörtern, wie veralten, verarmen, versüßen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 162Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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