Venusberg heißen mehrere Berge in Deutschland, besonders in Schwaben. Der Name findet sich, soviel bis jetzt bekannt, zuerst in den KKindern von Limburg», auch »Margrete von Limburge genannt, einem mittelniederländischen, um 1357 verfaßten Gedichte (herausg. von van den Bergh, Leiden 1846), begegnet seitdem mehrfach in der Litteratur des 15. und 16. Jahrh. und hat sich in Sagen und Volksliedern lange erhalten. Nach dem Inhalte dieser Sagen hält in solchen Bergen Frau Venus ihren Hof in königl. Weise mit Spiel, Gesang und Tanz. Einzelne Menschen steigen zu ihr hinab und verweilen längere oder kürzere Zeit, auch wohl bis zum Jüngsten Tage bei ihr in einem wonnevollen Leben. So Heinrich von Limburg, ein Held des genannten Romans, der edle Tan-Lamen (. d.) und der Schnewburger im V. bei Ufhausen unweit Freiburg. Doch laufen sie gewöhnlich Gefahr, die ewige Seligkeit zu verlieren, und deshalb sitzt am Eingange des Bergs der getreue Cckart und warnt vor der Einkehr. Auch erscheint nicht immer das Innere in so lockender Gestalt, vielmehr vernimmt man zuweilen aus dem Berge die Wehklage der Verdammten, und Geiler von Keisersberg läßt die nachts ausfahrenden Hexen in den V. einkehren. Auch an andere Berge, wie namentlich an den Hosel⸗ oder Hörselberg bei Eisenach in Thüringen, knüpfen sich zahlreiche Sagen verwandten Charakters. Ihrem Grundgehalte nach stammen diese Sagen aus der Mythologie des german. Altertums. Frau Venus ist die unter einem Namen der klassischen Mythologie verborgene mütterliche Weltgottheit des altgerman. Glaubens in ihrer besondern Fassung als Unterweltsgöttin, wie sie auch sonst noch unter mehrern andern deutschen Namen erscheint, die zugleich je eine bestimmte Seite ihres Begriffs stärker hervorheben, als Hulda (die Holde, Gütige), als Hilde Gampf), als Berchta (die Glänzende), als Hel (die Bergende, woraus unser 4Hölley entstanden ist) u. s. w. Der warnende getreue Eckart (f. d.) am Eingange des Bergs ist derselbe, der auch die Hulda bei ihrem Umzuge mit der Wilden Jagd begleitet und dort die Menschen aus dem Wege gehen heißt, damit sie nicht Schaden nehmen. Benusgürtel (Cestus Veneris), eine bandartig verlängerte und seitlich zusammengedrückte schöne Qualle des Mittelmeers, aus der Ordnung der Rippenquallen. (S. unter Akalephen.) Sie erreicht unter Umständen eine Länge von 2 m. Vennshaar (Frauenhaar), s. Adiantum.