Vielliebchen, der Gebrauch, bei heitern Mahlen, an denen Herren und Damen teilnehmen, beim Dessert die in Krachmandeln u. s. w. vorkommenden Doppelkerne mit einer Person des andern Geschlechts geteilt zu essen, worauf die Beteiligten sich beim Wiedersehen mit Guten Morgen, V. zu begrüßen haben; wer dies zuerst zum andern sagt, gewinnt und hat vom andern ein Geschenk zu erhalten. Doch variiert dieser Gebrauch und man verliert z. B. das V., wenn man aus der Hand des andern etwas nimmt, ohne eine besondere Verwahrung (3. B. Ich denke dranv oder J'y pensen) auszusprechen, oder wenn man von dem andern ein grünes Blatt gezeigt bekommt, ohne selbst ein solches zeigen zu können u. s. w.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 257Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei