FeedVien (Jos. Marie, Graf)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Vien (Jos. Marie, Graf), franz. Maler, geb. zu Montpellier 18. Juni 1716, ging 1740 nach Paris in Natoires Atelier und 1744 nach Rom, wo er eins seiner trefflichsten Bilder, den Eremiten, arbeitete. Nach fünf Jahren kehrte er nach Paris urück, wo er von 1750 an einer Malerschule vorßand, in der er viele ausgezeichnete Schüler, darunter auch David, bildete. Im J. 1775 ging er wieder nach Rom als Direktor der dortigen franz. Akademie, die ihm große Verbesserungen zu verdanken hatte. Als erster Maler des Königs und franz. Reichsgraf kehrte er 1781 nach Paris zurück. Er wurde Mitglied des Instituts und des Erhaltungssenats und starb 27. März 1809. Sein Stil vermittelt den Ubergang zu den Klassizisten der Folgezeit. Vgl. Lebreton, Notice historique sur la vie et les ouvrages de V.„ (Par. 1809). Seine Enkelin, Rose Celeste V., die Tochter des Generals Bache, als Dichterin geschätzt und durch eine Ausgabe des Anakreon mit franz. Übersetzung in Prosa (1825) und der Küsser des Johannes Secundus mit metrischer Übersetzung (1832)bekannt, starb zu Bordeaur 27. März 1832.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 257Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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