Viollet-Ledue (Eugene Emmanuel), franz. Architekt, Archäolog und Kunsthistoriker, geb. zu Paris 27. Jan. 1814, widmete sich dem Studium der mittelalterlichen Baukunst. Infolge eines 1845 ausgeschriebenen Konkurses erhielt er, gemeinschaftlich mit Lassus, die Restauration der pariser Kathedrale und den Bau der daranstoßenden neuen Sakristei übertragen, welche umfassende Arbeiten er nach dem Tode seines Kollegen (1854) allein leitete und 1868 zum Abschluß brachte. Im J. 1874 bekämpfte er in einer heftigen Gegenschrift das jurist. Memoire von Rouher rücksichtlich des chines. Museums in Fontainebleau und der Rüstkammer in Pierrefonds, welche beide Kunstsammlungen von der verwitweten Kaiserin Eugenie als Privateigentum zurückgefordert, aber im Jan. 1879 durch gerichtlichen Spruch dem Staate zugeeignet wurden, indem der Staatsanwalt die Beweise hauptsächlich auf die von V. beigebrachten Gründe und Dokumente stützte. V. starb 17. Sept. 1879 in Lausanne. Von V.s Werken sind zu nennen: Dictionnaire raisonné de l'architecture frangaise du XIe au XVIèsiècles (10 Bde., 1854-69), Dictionnaire raisonné du mobilier frangais de Pépoque carlovingienne à la Renaissances (1855), „Description de Notre-Dame de Pariso (1856), Entretiens sur Harchitecturer (2 Bde., 1858 u. öfter), «Chapelles de Notre-Dame de Pariso (1867—68; Prachtwerk in Folio mit Buntdruckblättern). Später erschienen die tetralog. Abhandlungen: Ilistoire P'une mai-Thabitation humainev, Histoire d'un hötel de ville et d'une cathédraleb (4 Bde., 1873—75). Über die Verteidigung von Paris (1870 —71), bei der er als Ingenieur wauig war, berichtet er in (Mémoire sur la défense de Pariso (Par. 1872).