FeedViviani (Vincenzo)
HimmelskundeBrockhaus 1882

Viviani (Vincenzo), berühmter ital. Mathematiker, geb. zu Florenz 5. April 1622, widmete sich dem Studium der Geometrie, war Genosse von Galileis einsamen letzten Jahren und wich bis zu dessen Tode (1642) nicht von seiner Seite. Er wurde 1666 erster Mathematiker des Großherzogs Ferdinand II. König Ludwig XIV. von Frankreich ernannte ihn 1699 zum Mitgliede der Französischen Akademie der Wissenschaften und setzte ihm eine bedeutende Pension aus. Das Monument, welches er Galilei zu errichten beschlossen hatte, kam erst nach seinem Tode in der Kirche Sta.⸗Croce zu Stande. V. starb 22. Sept. 1703. Seinen Scharfsinn bewies er besonders in dem Plane, die verloren gegangenen fünf Bücher des griech. Mathematikers Aristäus über die Kegelabschnitte (Dirinatio in Aristaeumo, Flor. 1701) und das damals ebenfalls verloren geglaubte vierte Buch des Mathematikers Apollonius aus Perga, gleichen Inhalts (Divinatio in quartum conicorum Apollonii Pergaeio, Flor. 1659), zu ersetzen. Die nachmalige Entdeckung des griech. Textes zeigte, wie gut er sich in seinen Autor hineingedacht hatte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 300Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Himmelskunde 6