Vega (Georg, Freiherr von), Mathematiker, geb. 1756 in dem Dorfe Sagoritza im Herzogtum Krain, studierte auf dem Lyceum zu Laibach und wurde nach beendigten philos. Studien als Navigationsingenieur angestellt. Später ging er zur Artillerie über. Nachdem er als Schriftsteller aufgetreten, wurde er zum Unterlieutenant (1781) und Lehrer der Mathematik im 2. Feldartillerieregiment befördert. Bei Errichtung des Bombardierkorps erhielt er als Hauptmann die Stelle eines Professors der Mathematik bei demselben und zugleich den Majorscharakter; dann wurde er zum Oberstlieutenant (1800) des 4. Artillerieregiments ernannt. In den Feldzügen gegen die Türken, sowie gegen die Franzosen diente er mit Auszeichnung, und wurde 1800 in den Freiherrenstand erhoben. Am 26. Sept. 1802 fand man ihn tot in der Donau, und erst 30 Jahre nachher kam es heraus, daß ein Müller ihn ermordet. V. war der erste, welcher die Analyse in den Artillerieschulen einführte. Seine „Vorlesungen über die Mathematik (Bd. 1, 6. Aufl. von Matzka, Wien 1837; Bd. 2, 7. Aufl. 1835; Bd. 3, 5. Aufl. 1839; Bd. 4, 2. Aufl. 1819) waren durch ihre verständliche Schreibart zu Lehrbüchern wohl geeignet. Größern Ruhm erwarb sich V. durch die Herausgabe seiner „Logarithmentafelno (2 Bde., Lpz. 1783), welche an Korrektheit und Reichhaltigkeit vor allen gleichzeitigen größern Tafeln den Vorzug verdienen. Die neuern Auflagen seit 1840 hat Hülße besorgt. Um für gewöhnlichere Rechnungen die kleinen Vlacaschen und Wolfschen Tafeln entbehrlich zu machen, deren Fehler viele Irrungen veranlaßten, gab V. sein «Logarithmisch-trigonometr. Handbuch » (Lpz. 1793 u. öfter, seit 1840 ebenfalls von Hülße, seit 1856 von Bremiker (62. Aufl., Berl. 1878] besorgt) heraus. Außerdem veröffentlichte er Thesaurus logarithmorum completus (Lpz. 1794), „Anleitung zur Zeitkundes (Wien 1801) und Natürliches Maß⸗, Münz⸗ und Gewichtssystem v (herausg. von Kreil, Wien 1803).