Vizille (mittellat. Visilia), Stadt im franz. Depart. Isere, Arrondissement Grenoble, rechts an der zum Drac gehenden Romanche, Station der Linie Grenoble-Veynes der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, am Anfang der von Napoleon I. begonnenen, von Napoleon III. 1861 vollendeten Alpenstraße, welche Grenoble mit Turin verbindet, zählt (1881) 2872 (Gemeinde 3904) E. und hat eine Taubstummenanstalt, Bergbau auf Eisen, Bleiglanz, Kupferkies und Braunstein, Baumwollspinnerei, Kattundruckerei, Seidenindustrie und Papierfabrikation. Das alte Schloß, welches ehemals den Dauphins gehörte, wurde 1611 von dem Connetable de Lesdiguiéres, Gouverneur des Dauphiné, umgebaut und vergrößert, diente 1788 der Deputiertenkammer des Dauphiné als Versammlungsort, kam später an die Familie Périer und wurde von derselben in eine Fabrik umgewandelt, besitzt jedoch noch jetzt den alten schönen Park. Bizinalbahnen, s. unter Eisenbahnen, Bd. V, S. 866.