FeedWahlstatt oder Kloster-Wahlstatt
ErdkundeBrockhaus 1882

Wahlstatt oder Kloster-Wahlstatt, preuß. Dorf in der Provinz Schlesien, 9 km südöstlich von Liegnitz und ebenso weit ostwärts der Katzbach, liegt an der Stelle, wo Heinrich II. oder en Nonaolen Herzog von Schlesien, 9. April 1241 den Mongolen eine blutige Schlacht lieferte, in der er das Leben verlor. Die Mongolen siegten zwar, doch wurden sie zugleich von jedem weitern Vordringen nach Deutschland zurückgeschreckt. Kein deutscher Ritter war damals geflohen, keiner gefangen; alle waren gefallen, unter ihnen 34 Rothkirche. Zum Andenken wurde eine Kapelle, später das Dorf W. gebaut, von dessen prot. Kirche der Altar die Stelle bezeichnet, wo man Heinrichs II. Leichnam fand. Noch wird hier alljährlich das Erinnerungsfest (Tatarenvulgo Tatternfest) dieser Schlacht gefeiert. Das große schöne ehemalige Benediktinerkloster, dessen sehenswerte Kirche als Parochialkirche für die in W. und den umliegenden Dörfern wohnenden Katholiken fortbesteht, enthält in seinen Gebäuden seit 1838 eine Kadetten-Voranstalt. Von der Anhöhe, auf welcher Dorf und Kloster W. liegt, übersieht man fast das ganze Schlachtfeld, wo 26. Aug. 1813 Blücher über die Franzosen unter Maedonald („Katzbach) siegte; infolge diefes Sieges erhielt Blücher den Titel Fürst von Wahlstatt. König Friedrich Wilhelm III. ließ hier ein Denkmal setzen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 381Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6