FeedWaitzen oder Waizen
ErdkundeBrockhaus 1882

Waitzen oder Waizen, ungar. Vacz, Stadt in dem ungar. Komitat Pest-Pilis-Solt, am linken Ufer der Donau und an der Linie Wien-⸗Budapest der Osterreichisch-Ungarischen Staatsbahnen, 34 km nördlich von der Hauptstadt Budapest, ist Sitz eines Stuhlrichteramts und seit 1075 eines kath. Bistums, hat eine schöne, nach der Peterskirche zu Rom erbaute Kathedrale, einen bischöfl. Palast mit vielen röm. und mittelalterlichen Denkmälern, ein Piaristenkollegium mit Gymnasium, ein Taubstummeninstitut und andere Wohlthätigkeitsanstalten, und zählt (1880, ohne Militär) 13 199 E., welche größtenteils Magyaren und röm. Katholiken sind, stark besuchte Viehmärkte unterhalten und bedeutenden Weinbau treiben. Hier erlitten 1597 die Türken eine Niederlage, und 27. Juni 1684 wurden diese von Herzog Karl von Lothringen geschlagen und die Stadt erobert. Einen neuen Aufschwung gewann die Stadt unter den Bischöfen Graf Karl Althann (1734 —56) und Graf Christoph Migazzi (1762—86). Am 11. April 1849 fand hier ein Gesecht zwischen Ungarn und Osterreichern statt, welche letztere den General Götz verloren, und 15., 16. und 17. Juli 1849 Gefechte der Ungarn unter Görgei gegen die Russen unter Saß.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 388Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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