FeedWasserleitung
VerkehrBrockhaus 1882

Wasserleitung (frz. aqueduc, conduite d'eau; engl. aqueduct, conduit of water, water-works), eine Anlage, durch welche das Wasser einer Quelle (wie in Rom, Wien, Salzburg), eines Flusses (wie in Neuyork, Köln, Bremen), eines Teichs (wie in Madrid, Liverpool u. s. w.) oder auch das unterirdisch angesammelte Wasser, Grundwasser, das meist durch eigene Pumpwerke gehoben werden muß (wie in Orléans, Berlin, Leipzig), an einen entfernten Ort, besonders in eine Stadt geleitet ird, um den Bedarf für häusliche, gewerbliche und öffentliche Zwecke zu befriedigen. Kleinere Wassermengen, wie man sie in den Wohnhäusern um Trinken, Waschen, Baden, zum Spülen der 1lborte u. s. w. gebraucht, werden meist in geschlossenen Röhrenleitungen aus Holz, Sandstein, Kalkstein, Thon, Steinzeug, Glas, Cement, Asphalt, Guttapercha, Eisen oder Blei (s. unter Röhren) geführt. Bei Flußwasser⸗ und Grundwasserversorgung werden häufig besondere Anlagen nötig, um das Wasser zu reinigen, ehe es in die Leitung gelangt. (S. unter Filtrieren.) Die Röhren müssen einen dichten Schluß gestatten, gegen Feuchtigkeit, Hitze, Frost, sowie gegen Druck von außen und innen widerstandsfähig sein und dürfen nicht Stoffe an das Wasser abgeben, welche der Gesundheit nachteilig oder sonst schädlich sind; Bleiröhren werden deshalb innen verzinnt. Die Röhrenleitungen müssen zum Schutz gegen Frost mindestens Um tief unter der Erde liegen; freiliegende Rohrstücke umgibt man zu diesem Zweck mit schlechten Wärmeleitern, wie Holz, Stroh, Asche. Größere Wassermengen werden in offenen W., d. h. in einem Graben, Kanal oder Gerinne geführt. Derartige W. bezeichnet man als Aquädukte (s. d.), wenn sie in größerer Höhe über der Erde auf Bogenstellungen, dagegen als Röschen (s. d.), wenn sie unter der Erde in einen Tunnel geführt sind. Die W. der Gegenwart sind meist Druckrohrleitungen, in welchen das Wasser von Pumpstationen aus mit Hilfe von Hochreservoirs bewegt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 465Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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