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ErdkundeBrockhaus 1882

Weißenberg, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Bautzen, Amtshauptmannschaft Löbau, am Löbauflusse, nahe der preuß. Grenze, zählt (1885) 1180 evang. E., darunter 104 Wenden. In der Nähe ist der Stromberg, ein Basaltkegel. Wieißenburg, auch Weißenburg am Sand oder Weißenburg im Nordgau genannt, unmittelbare Stadt im bayr. Regierungsbezirk Mittelfranken, Hauptort eines Verwaltungsdistrikts, Station der Linie München-Hof der Bayrischen Staatsbahnen, Sitz des Bezirksamts und eines Amtsgerichts, liegt an der Schwäbischen Rezat und am westl. Fuße des Frankenjura in fruchtbarer Gegend. Die Stadt ist von alten Mauern und Türmen umgeben, hat die hübsche Pfarrkirche zu St. Andreas, drei andere Kirchen (wovon eine katholische), eine Lateinschule, eine Realschule, ein Töchterinstitut, ein neues Krankenhaus, ein Armenhaus, eine Mineralquelle (Wildbad) mit Badeanstalt, schöne Kaltsteinbrüche und zählt (1885) 6025 meist prot. E., welche Gold⸗ und Silberdraht, Borten und Tressen, Kämme, Tuch, Email⸗ und Wachswaren, Leder, Bürsten, Seife und Lichter fabrizieren, auch zahlreiche Mühlen und berühmte Bierbrauereien unterhalten. Der Ort kommt urkundlich zuerst 793 vor, wurde 1029 Freie Reichsstadt, kam 1802 an Bayern, 1. Jan. 1804 dur Tausch an das damals preuß. Fürstentum Ansba und 1806 mit diesem wieder an Bayern. Sstli von der Stadt erhebt sich auf der hohen Westkante des Jura die Wülzburg (570 m), wo Pippin der Kleine 764 eine Kapelle und Karl d. Gr. 793 ein Benediktinerkloster stiftete; dieses wurde 1588 vom Markgrafen Georg Friedrich von Ansbach in eine Bergfestung mit einem großen Schloß verwandelt, das vordem als Kaserne, Zeughaus und Strafanstalt verwendet war und 1882 mit der ganzen verlassenen Festung in das Eigentum der Stadt W. übergegangen ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 527Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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