Wunsiedel, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, an der Rösla im Fichtelgebirge, an der Zweigbahn Holenbrunn-W. der Bayrischen Staatsbahnen, 535 m über dem Meere in schöner Umgebung liegend und daher von Touristen, sowie seit 1883 als Sommerfrische und Luftkurort viel besucht. W. ist Sitz eines Bezirksamts und eines Amtsgerichts, hat vier Kirchen, eine Real⸗ und Lateinschule, eine Lehrerpräparandenschule, ein reiches, 1449 gestiftetes Hospital und zählt (1885) 3711 meist prot. E., die Tuch⸗ und Strumpfweberei, Gerberei, Blechverarbeitung und Nagelfabrikation, Verarbeitung des nur in der Rähe der Stadt bei Göpfersgrün vorkommenden Specksteins, des ausgezeichneten Urkalks in gebranntem und gemahlenem Zustande und Granits betreiben, auch Maschinenfabriken unterhalten. Mit Arzneikräutern, Heidel⸗ und Preißelbeeren wird starker Handel getrieben. Die Stadt ist seit dem Brande von 1834 neu und regelmäßig aufgebaut. Sie ist der Geburtsort Sands, der Kotzebue ermordete, und Jean Pauls, dem hier 1845 ein Monument (von Schwanthaler) errichtet worden ist. Von den reichen Naturschönheiten der Umgebung, welche zahlreiche höchst lohnende Ausflüge bietet, ist besonders das Felsenlabyrinth der Luisenburg und das Alexanderbad, beide etwas über 3 km von der Stadt entfernt, sowie der Katharinenberg an der Stadt mit den Ruinen einer Wallfahrtskirche zu erwähnen. Die Stadt hat den hauptsächlichsten Markt für den speziellen Schlag des roten sogenannten Sechsämterviehes.