FeedWest (Benjamin)
Bildende KunstBrockhaus 1882

West (Benjamin), ein berühmter Maler, geb. 10. Okt. 1738 zu Springfield in Pennsylvanien, begann seine Studien in London, ging 1760 nach Rom und nach einem dreijährigen Aufenthalte in Italien nach England, wo seine Bilder große Anerkennung fanden. W. begründete die königl. Kunstakademie, die 1768 bestätigt wurde. Georg III. nahm sein Talent in Anspruch zu Arbeiten in der Kapelle des Schlosses Windsor und ließ ihm eine jährliche Besoldung von 1000 Pfd. St. zahlen, die man ihm aber entzog, als des Königs Gemütskrankheit zum Ausbruch kam. Schon früher hatte sich W. von der Kunstakademie, deren Präsident er gewefen, zurückgezogen und dagegen thätigen Anteil an der Stiftung der 1805 gegründeten British-Institution genommen. Gut studiert, von einem gewissen Adel in der Auffassung, sind seine Gemälde doch etwas monoton und unharmonisch in der Farbe. Seine berühmtesten Gemälde sind Ugolino und der Tod des Generals Wolfe, sein größtes Christus vor Pilatus. Andere Gemälde von ihm sind der Tod Nelsons; Christus, die Kranken und Lahmen im Tempel heilend; Jphigenie und Orestes (Rationalgalerie). Weniger Beifall fanden sein König Loar, den er für die Shakespeare-Galerie malte, und sein Paulus auf der Insel Melite, wie er die Natter von der Hand schüttelt, in der Kapelle zu Greenwich. Seine Schlachtenbilder von La Hogue und Boyne (1780) sind von lebhafter Komposition. Er starb zu London 11. März 1820. Vgl. Galt, ELike and studies of Benjamin W.v (Lond. 1820).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 571Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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