Wilkie (David), brit. Genremaler, geb. 18.Nov. 1785 zu Cults in der schott. Grafschaft Fife, studierte auf der Akademie in Edinburgh. Er zeigte frühzeitig besonderes Talent in der Darstellung von Scenen aus dem wirklichen Leben. Nach seiner Ankunft in London 1805 wendete er sich zwar der Porträtmalerei zu, allein bald entschied sein erstes zur Ausstellung der Akademie geliefertes Bild, die Dorfpolitiker, über die Richtung, die er seitdem verfolgte. Er wurde 1809 Ehrenmitglied, 1811 wirkliches Mitglied der Akademie und nach Sir Henry Raeburns Tode von dem König zum schott. Hofmaler ernannt. Im J. 1825 reiste er auf das Festland. Er lebte einige Jahre in Italien und ging dann nach Spanien, wo er eine Reihe Bilder malte, welche Scenen aus dem Kriege auf der Pyrenäischen Halbinsel in den J. 1808 — 14 darstellen und sich jetzt in der königl. Sammlung befinden. Nach Sir Thomas Lawrences Tode wurde W. noch unter Georg IV. 1830 erster Hofmaler und von Wilhelm IV. in dieser Stelle bestätigt. Im J. 1840 ging er nach dem Orient, um dort Ansichten zu zeichnen; bei der Rückreise starb er 1. Juni 1841 im Angesicht von Gibraltar auf dem Schiffe. Seine ausgezeichnetsten Gemälde außer dem erwähnten sind das Dorffest, das Blindekuhspiel, der Zinstag, der blinde Geiger, die Eröffnung des Testaments und die Pensionärs in Chelsea, welche in der Zeitung die Nachricht von der Schlacht bei Waterloo lesen. Seine Genrebilder gehören meist der Sphäre des gemütlichen Humors an. In der Färbung ist W. kräftig und sorgfältig, in der Zeichnung dagegen nicht immer korrekt. Eine Biographie W.s verfaßte Allan Cunningham (3 Bde., Lond. 1843). „Wilkinasaga oder Thidrikssagg isteine nordische Sammlung von Sagen, welche zum Teil die einzige Quelle der deutschen Heldensage sind. Die Sagen gruppieren sich um Dietrich von Bern, stehen freilich mit diesem oft gar nicht in Verbindung. Weil auch das Wilkinaland mehrfach in der W. erwähnt wird, nannte sie der erste Herausgeber W. Diese Sammlung ist in der 2. Hälfte des 13. Jahrh. in Norwegen entstanden; ihr Verfasser benutzte zum Teil Erzählungen niederdeutscher Männer, zum Teil Gedichte der Heimat. Das Werk enthält die Sagen von König Samson, von König Osantrir, von Attila, von Wieland dem kunstreichen Schmiede, von Sigurdh und den Burgunden, von Walther und Hildegunde, von Herburt und Hilde, von Iron und Appollonius, beide aus der Artussage, von Ermanrik und vor allem von Dietrich von Bern, von seinen Kämpfen mit Feinden und Riesen. — Neben der norweg. Fassung, die in einer einzigen alten Handschrift erhalten ist, gibt es noch eine altschwed. Bearbeitung dieser Saga. Herausgegeben ist die Saga von C. R. Unger, «Saga Didriks, Konungs af Bernv (Kristiania 1853).