FeedWerner (Karl)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Werner (Karl), ausgezeichneter deutscher Aquarellmaler, geb. 4. Okt. 1808 in Weimar, studierte anfangs auf der Akademie zu Leipzig, wobei er 1826 —27 auch die leipziger Universität besuchte, dann in München. Landschaften mit Architekturen bildeten den Gegenstand seiner Darstellungen. In Italien, wo er sich 1833—53 aufhielt, malte er in derselben Richtung. Hervorzuheben von seinen damaligen Werken sind der Marktplatz Pizerno (1838), Venedig in seinem Glanze und in seinem Verfall (1840), der Dogenpalast mit einer Scene aus dem „Kaufmann von Venedige, der Triumphzug des Dogen Contarini. Wie W. in seinen Bildern die Dimensionen der Olbilder annimmt, so wetteifern seine Aquarellen auch mit den lbildern an Glanz und Kraft der Farbe. Aus den sicilian. Bildern ragt namentlich das Innere des Saales der Zisa in Palermo mit Staffage aus dem sarazen. Staatsleben hervor. Der Löwenhof der Alhambra ist ein Hauptstück von seiner span. Reise (1857). Auch Agypten, Syrien und Palästina besuchte W. (1862) und brachte reiche und charakteristische Ausbeute heim. Seine Darstellungen der Heiligen Stätten von Jerusalem, Bethlehem u. s. w. erschienen (Jerusalem and the Holy Lando, Lond. 1866 267; 30 Blatt mit Text) auch in Farbendruck. Eine zweite Reise nach dem Orient, insbesondere nach den Nilländern, trat er 1864an. (Farbendrucke von G. W. Seitz in Wandsbeck.) Von einer im Frühling 1875 unternommenen Reise nach Griechenland brachte er eine Reihe interessanter Blätter, namentlich von der Akropolis mit, noch reichere Ausbeute aber bot dem Künstler sein Aufenthalt auf Sicilien im Winter 1877—78. Auch Skandinavien besuchte er 1881. In Leipzig seßhaft, wirkt W. dort als Professor der Akademie seit 1882.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 560Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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