FeedWhittier (John Greenleaf)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Whittier (John Greenleaf), nordamerik. Dichter und Schriftsteller, geb. 17. Dez. 1807 bei Haverhill in Massachusetts, der Sohn eines armen Farmers, besuchte die Haverhill-Akademie und war dann in verschiedenen Städten Zeitungsredacteur. Sein erstes Werk war Legends of New Englando (Hartford 1831). Von 1835 bis 1836 war er Mitglied der Legislatur von Massachusetts und zog dann nach Philadelphia, wo er den Pennsylvania Freemanv herausgab. Im J. 1840 siedelte er nach Amesbury über. Von seinen zahlreichen Werken verdienen Erwähnung: «Moll Pitchero (1831), „Lays of my homer (1843), The voices of freedomo (Philad. 1849), «Songs of labors (Bost. 1850), Home balladso (1860), «Snow boundo (1866; deutsch von Knortz in Zwei amerikan. Idylsylvania pilgrimo (1871), Mabel Martin (1874), (1878), The king's missives (1881) u. a. Die erste vollständige Ausgabe seiner Gedichte erschien 1857 in Boston, die Gesamtausgabe seiner prosaischen Schriften 1866. Seine poetischen Werke. enthalten poetische Erzählungen, Idyllen und Romanzen, welche dem amerikanischen, besonders dem neuengl. Leben entnommen sind. Sie zeichnen sich durch Frische, Kraft und Gefühl aus und haben den Dichter besonders im Norden populär gemacht. Vgl. W. Sloane Kennedy, John Greenleaf W., his life, genius, and writingso (Bost. 1882). Whitworth (Sir Joseph), engl. Mechaniker und Geschützkonstrukteur, geb. 1803 in Stockport, errichtete eine Fabrik in Manchester (später der Whitworth-Company gehörig) und wurde zuerst weiterhin bekannt als Erfinder verbesserter Hobel- und anderer Werkzeugmaschinen, welche auf der Ausstellung von 1851 vertreten waren. Als nach dem Krimkriege England auf die Einführung gezogener Geschütze hinarbeitete und das War-Departement Preise für neue Erfindungen dieses Gebietes aussetzte, trat W. als Mitbewerber in erster Linie nehen Armstrong (s. d.) auf. W.s Geschütz war auf Spielraumführung gegründet, die Seele von sechseckigem Querschnitt ( olygonalbohrung) und gewunden, von entsprechender Form die sehr langen Geschosse. (S. unter Geschoß und Geschütz.) W. hatte anfänglich Hinter⸗ und Vorderlader nebeneinander, gab aber erstere bald auf und erwies sich als entschiedener Vertreter des Vorderladungssystems, im Gegensatz zu seinem Mitbewerber Armstrong. W.s Geschützrohre waren aus einer Art weichen Stahls (Homogeneisen) gefertigt. Sein System hatte vor allen andern die große Einfachheit, namentlich in der Geschoßeinrichtung voraus, da letztere lediglich aus Gußeisen oder Stahl ohne besondere Zwischenmittel bestanden, und ließ für damalige Verhältnisse bedeutende Ladungsquotienten zu, ergab daher große Geschoßgeschwindigkeiten, trug aber alle Mängel der Spielraumeschütze und litt nach größerer Schußzahl unter erheblichen Ladhemmungen. W. unterlag im Wettbewerb seinem Nebenbuhler Armstrong, dessen Hinterladungsgeschütze um 1860 * endgültigen Annahme gelangten. Als dieselben aber im Dienst bald erhebliche Mängel zeigten, wurden 1864—65 neue umfassende Vergleichsversuche zwischen Armstrongs Hinterladern und Armstrongs wie W.s Vorderladern angestellt, bei welchen die Hinterlader unterlagen, die Vorderlader beider Wettbewerber als kräftig und wirkungsvoll unter allen Verhältnissen anerkannt wurden. Trotzdem gelangte keine der beiden Konstruktionen zur allgemeinen Annahme. W. hat auch Gewehre ähnlicher Konstruktion geschaffen; sein Zugprofil wurde beim Henry-Martinigewehr (s. d.) zu Grunde gelegt. Im J. 1868 wurde W.s Name mit Ruhm genannt, infolge seiner großartigen Stiftung zur Beförderung technolog. Bildung in England. Die materielle Grundlage dieser Stiftung bildet eine Schenkung von 100000 Pfd. St., deren Verwaltung W. dem Departement des Staatsrats für Kunst und Wissenschaft anvertraut hat. Zur Anerkennung seiner Verdienste wurde er 1869 in den Baronetsstand erhoben. Es erschienen von ihm: «Miscellaneous papers on mechanical subjects (1858) und Papers on practical subjects: Guns and Steele (1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 598Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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