Wigtie, holländ. Bezeichnung für Gramm. Wigton, Wigtown oder West-Galloway, im Mittelalter Wigtoun, westlichste Grafschaft Südschottlands, im N. von Ayr, im O. von Kirkcudbright, im S. von der Irischen See, im W. vom Nordkanal begrenzt, durch welchen letztern dieselbe von dem nur 37 km entfernten Irland getrennt und mittels des Loch Ryan, der Luce⸗ und Wigtonbai halbinselartig zerspalten wird, ist 1327 dkm groß und zählt (1881) 38 602 E. Die Oberfläche ist hügelig, aber ohne beträchtliche Höhen. Die westl. Halbinsel, Rhynns (Ahinns) oder Rynns of Galloway (im Mittelalter Rinnis, Rynnis), endet im S. mit dem Mull of Galloway lim Mittelalter Mulirisnake), im N. mit dem Kap Corsewall Point (Corswell); beide Vorgebirge haben Leuchtfeuer. Kleine Seen und Flüsse, wie der Cree (Crea), Grenzfluß gegen Kirkeudbright, Bladenoch und Luce-Water geben Bewässerung. Der Boden besteht wenigstens zum dritten Teil aus Mooren, er ist an den Küsten und da fruchtbar, wo man die erst 1730 entdeckten ungeheuern Mergellager zu seiner Verbesserung benutzt hat. Das Klima ist mild. Man baut Hafer und Gerste, auch etwas Weizen, in größerer Ausdehnung aber Kartoffeln und Turnips. Die Viehzucht ist indes wichtiger als der Ackerbau. Das Gallowayrind ist hornlos (Polled breed) und gehört zu den besten Rassen Schottlands; Schafe werden in mehrern Varietäten gezogen und geben zum Teil eine feine Wolle. Man bricht Schiefer und Marmor; auch gibt es Kupfer, Blei und Kohlen. Indes ist der Bergbau, wie auch die übrige Industrie, ohne Bedeutung. Die Grafschaft schickt einen Abgeordneten ins Parlament. Die Hauptstadt Wigton oder Wigtown, im Mittelalter Wigtonia und später Wigtoun, ein hübscher Parlamentsborough und Hafenort links von der Mündung des Bladenoch in die Wigtonbai, Station der Wigtonshirebahn (Whithorn-Newton-Stewart), zählt 1722 E. und hat ein Stadthaus, ein Gefängnis, eine Lateinschule und eine Bibliothek. Es bestehen Farinamühlen und eine berühmte Brennerei in dem kaum 2 km entfernten Dorfe Bladenoch. Gegen Westen, 40 km entfernt, liegt an der Bahn Castle Douglas-Portpatrick und am obern Ende der Bucht Loch Ryan die Stadt Stranraer (s. d.). Der Flecken Newton-Stewart, 16 km im NNW. von W., rechts am Cree, Station der Eisenbahnen Castle Douglas-Stranraer-Portpatrick und Whithorn-Newton-Stewart, hat eine Lateinschule und 2873 E., welche viel Speck räuchern. Das Fischerdorf Port-Patrick, 9 km südwestlich von Stranraer, am Nordkanal, mit Leuchtfeuer, Station der Eisenbahn Castle Douglas— Stranraer-Portpatrick, mit 2189 C., hat einen guten Hafen und ein Seebad und ist als Überfahrtsort nach Irland wichtig.