Winnecke (Friedr. August Theodor), ausgezeichneter Astronom, geb. 5. Febr. 1835 zu Groß-Heere bei Hannover, war nach Beendigung sener Studien zunächst Assistent an der berliner Sternwarte, folgte 1858 einem Ruf als Vizedirektor der Sternwarte in Pulkowa, welche Stellung er 1867 aus Gesundheitsrücksichten niederlegte. W. hielt sich nun länere Zeit in Karlsruhe auf, wo er mit Hilfe eigener Instrumente Entdecker mehrerer Kometen wurde. Bei der Gründung der neuen deutschen Universität in Straßburg wurde W. daselbst Professor der Astronomie. Trotz der in den ersten Jahren sehr beschränkten Mittel der alten Sternwarte gelangte letztere doch unter W.s Leitung bald zu hohem Ansehen, und die nach seinen Plänen neu erbaute Sternwarte ist eine der großartigsten der Gegenwart. Doch mußte sich W. bald nach Vollendung der Sternwarte aus Gesundheitsrücksichten von der anstrengenden Thätigkeit des Astronomen zurückziehen und seine Stellung im J. 1886 desinitiv aufgeben. W. war ohne Unterbrechung Vorstandsmitglied, lange Zeit Schriftführer der Astronomischen Gesellschaft, Mitglied der Kommission für die Beobachtung des Venusvorübergangs und leitete als solcher sämtliche astronomische Vorarbeiten, sowie die nachträglich nötig gewordenen Untersuchungen an den angewandten Instrumenten. Seine eigenen Beobachtungen beziehen sich vorzugsweise auf die veränderlichen Sterne, auf Nebelflecke und Kometen und sind meist in astron. Zeitschriften publiziert.