FeedWolfdietrich
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Wolfdietrich, Hugdietrichs Sohn, Name eines Helden aus dem Amelungensagenkreise, dessen Geschichte in verschiedenen Epen des Mittelalters mit mannigfachen Abweichungen des Stoffs und zum Teil mit Heranziehung fremder Sagenelemente berichtet wird. Nach L. Uhlands Meinung (Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sagev», Bd. 1, Stuttg. 1865) ist in der pers. Heldensage die uralte mythische Grundlage der deutschen Wolldietrich-Sage zu finden. Man unterscheidet im ganzen vier ältere, in der veränderten Nibelungenstrophe abgefaßte Recensionen der Wolfdietrich-Dichtungen, von denen drei in kleinern oder größern Bruchstücken vorliegen, die vierte aber vollständig erhalten ist, nämlich der W. von Kunstenopel, der W. von Salnecke, der W. von Athen und der große W. Später fand der W. auch Aufnahme im sog. Heldenbuch, auch im Heldenbuch Kaspars von der Rhön. Eine dramatische Bearbeitung lieferte Jakob Ayrer. Abdrücke und Ausgaben der verschiedenen altdeutschen Dichtungen finden sich in von der Hagens «Heldenbuch » (Bd. 1, 1855), im «Deutschen Heldenbuch » (Tl. 3 u. 4, Berl. 1871—73), besorgt von Amelung und von Jänicke, in Der große W.v von Ad. Holtzmann (Heidelb. 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 726Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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