Wyschéhrad (czech. Vysehrad), ein Stadtteil von Prag, südlich an die Neustadt anschließend und rechts an der Moldau gelegen, mit der steil ansteigenden Citadelle Prags, die eigentlich den Namen W. (d. i. Hochburg) führt. Sie bildete mit den umliegenden Häuserkomplexen früher eine besondere Gemeinde W. mit (1880) 3851 E., die zur Bezirkshauptmannschaft Karolinenthal gehörte, und ist erst seit 1883 in Prag einverleibt. Die Burg W. stammt schon aus vorhistor. Zeit und ist älter als die prager Burg (der Hradschin); in ihr residierten lange Zeit die böhm. Fürsten. Im J. 1420 ward sie von den Hussiten belagert und verwüstet. Der Name W. kommt in derselben Bedeutung auch in andern slaw. Ländern als Ortsname vor: Visegrad,‚ Flecken in Ungarn; Visegrad, Stadt in Bosnien; Wyschegrad (poln. Wyszogröch, Stadt im russ. poln. Gouvernement Ploze mit 4395 E.; Wyschgorod (kleinruss. Wyszůhoroch, Dorf bei Kiew. Im alten Rußland nennt man Wyschgorod zuweilen den Kreml, auch gab es zwei Städte dieses Namens, die eine im Gebiet Nowgorod, die andere im Gebiet Smolensk.