Frankenthal, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Pfalz, an der Isenach und der Pfälzischen Ludwigsbahn, 6 km vom Rhein und durch einen schiffbaren Kanal mit demselben verbunden, ist Sitz eines Bezirksamts, Land- und Amtsgerichts, hat Ruinen eines schönen Klosterportals, ein Progymnasium, eine höhere Töchterschule, eine Handelsschule, eine Kreis-Armen- und Krankenanstalt für den Regierungsbezirk der Pfalz, eine Kreis-Taubstummenanstalt und zählt (1880) 9043 E., welche Fabriken für Maschinen, Schnellpressen, Dampfkessel, Cichorien, Rübenzucker u. s. w., Bierbrauereien, Mälzereien und zwei Glockengießereien unterhalten, von denen die von Hamm die Kaiserglocke für den Kölner Dom geliefert hat. F. wird als Dorf schon im 8. Jahrh. erwähnt; 1119 wurde hier ein Mönchskloster gegründet, das 1562 aufgehoben wurde. Nachdem der Ort 1577 Stadtrechte erhalten, wurde er befestigt, 1621 von den Spaniern vergebens belagert, aber 1623 von ihnen besetzt und erst 1652 geräumt. Die Franzosen verbrannten die Stadt 13. Sept. 1689 gänzlich.