Xauthos, die größte und berühmteste Stadt der Landschaft Lycien an der westl. Südküste Kleinasiens, lag am gleichnamigen Flusse (ietzt Etschen-tschai), 13 km von dessen Mündung, bei dem türk. Orte Kinik. Die Stadt wurde zweimal im Kriege zerstört, zuerst 545 v. Chr. durch die Perser, welche unter des Cyrus Feldherrn Harpagus die Lycier in der Ebene des Tanthus besiegten, dbann im röm. Bürgerkrieg 43 v. Chr. durch Brutus. Beidemal fielen die Einwohner, nachdem sie auf das heldenmütigste sich verteidigt und den Rest ihrer Habe selbst den Flammen übergeben hatten, größtenteils durch ihr eigenes Schwert. Nach der letzten Katastrophe wurde die Stadt nicht wiederhergestellt; durch Erdbeben ging sie endlich ganz zu Grunde. Noch jetzt aber sind sehr ausgedehnte und bedeutende Ruinen von ihr erhalten, die besonders durch den Engländer Fellows und neuerdings durch eine jösterr. Expedition durchforscht worden sind. Fellows hat eine Anzahl Skulpturwerke von dort nach London gebracht, wo sie unter dem Namen der RXanthian „Marbles im Britischen Museum aufgestellt sind. Vgal. Fellows, «Ein Ausflug nach Kleinasien und Entdeckungen in Lycien» (deutsch von Zenker, Lpz. 1853); Benndorf und Niemann, Reisen in Lycien