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GeschichteBrockhaus 1882

Sardes, eine der ältesten und bedeutendsten Städte Kleinasiens, die Hauptstadt des lydischen Reichs, lag am nördl. Fuße des das fruchtbare Thal des Flusses Hermos im Süden begrenzenden Tmolosgebirges am Flusse Paktolos, 10 km südlich von der Mündung desselben in den Hermos. Die Unterstadt, in welcher ein berühmter Tempel der Kybele stand, wurde von einer äußerst festen, mit einer dreifachen Mauer umgebenen Burg überragt, die nach dem Sturze des Krösus durch Cyrus nur durch überrumpelung genommen wurde und auch bei der Einnahme der Stadt durch die Kimmerier (gegen 635 v. Chr.) und bei der Verbrennung derselben durch die Athener und Jonier während des ion. Aufstandes (498 v. Chr.) verschont blieb. Unter der pers. Herrschaft war sie der Sitz des Satrapen von Lydien. Antiochus III. zerstörte sie 218, doch, bald wieder aufgebaut, blieb sie, als sie zum syrischen, dann zum pergamenischen, endlich zum Römischen Reiche gehörte, reich und blühend. Kaiser Tiberius stellte sie wieder her, nachdem sie durch ein Erdbeben zerstört worden war, und bald ward sie eine der ersten Stätten des Christentums in Kleinasien. Im Mittelalter geriet sie allmählich in Verfall, bis sie durch Tamerlan ihren völligen Untergang fand. Jetzt sind nur noch geringe Trümmer bei dem Dorfe Sart erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 234Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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