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HeilkundeBrockhaus 1882

Zahukaepsen se s. Zahnarzneikunde. ahnkarpfen (Cyprinodontidae), eine aus 20 Gattungen und mehr wie hundert Arten bestehende Familie der Knochenfische, die den Weißfischen verwandt sind. Sie finden sich in Südeuropa, Asien, Afrika, Nord⸗ und Südamerika, in letzterm Weltteil bei weitem am zahlreichsten (über 50.). Die Z. mein le das süße und brackische Wasser und sind meist lebendiggebärend. An den Küsten des Mittelmeers findet sich Cyprinodon carpio (s. Tafel: Aquarium, Fig. 2). ahnkrankheiten sind streng genommen nur diesenigen Affektionen, welche die uch u selbst betreffen; gewöhnlich rechnet man jedoch alle diejenigen krankhaften Zustände hinzu, welche die mit den Zähnen zusammenhängenden Teile, wie die ihre Wurzeln umgebende Knochenhaut, die Zahnzellen, das Jahnfleisch u. s. w. befallen. Die verbreitetste und wichtigste Z. ist die Zahnfäule, Zahncaries oder Zahnverschwärung (caries dentium, das sog. Hohlwerden der Zähne), welche in einer von außen nach innen fortschreitenden Verschwärung des Zahnschmelzes und Zahnbeins besteht und, sich selbst überlassen, zur vollkommenen Zerstörung des Zahns führt. Die Hauptursache für die Enisiehung dieses Leidens ist in Verletzungen, Sprüngen und Rissen des Zahnschmelzes zu suchen, welcher den Zahn vor chem. Einwirkungen und dem Einfluß der beständig in der Mundhöhle stattfindenden Zersetzungs⸗ und Gärungsprozesse schützt und namentlich das Eindringen der hierbei wirkenden niedrigen Organismen, der Bacterien und anderer Mikroben (s. d.) in das Innere der Zahnsubstanz verhindert. Sind einmal durch die Einwirkung schnell wechselnder Temperaturen (zu heiße und zu kalte Getränke und Speisen), durch Beißen auf zu harte Gegenstände u. dgl. Risse und Defekte im Schmelzoberhäutchen und im Zahnschmelz entstanden, so kommt es durch die Einwirkung der sauern Mundflüssigkeiten sehr leicht zu einer teilweisen Entkalkung mit nachfolgender Erweichung und Verschwärung der organischen Zahnsubstanz, die sich zunächst durch bräunliche oder schwärzliche Flecken, Grübchen und Löcher an der Zahnkrone kennzeichnet, sodann allmählich zur Abdröckelung der Krone und Eröffnung der Pulpahöhle und schließlich auch zur Zerstörung der Wurzeln führt. Wird durch den fortschreitenden Zerstörungsprozeß die nervenreiche Pulpahöhle eröffnet, so treten meist außerordentlich heftige, lebhaft bohrende oder reißende Schmerzen (Zahnreißen oder Zahnschmerzen) auf; doch geht mitunter auch der ganze Zahn verloren, ohne daß jemals ein erheblicher Schmerz vorhanden war. Die Behandlung der Zahnfäule ist je nach dem Stadium der Krankheit verschieden. Bei geringer Ausbreitung genügt es, die erkrankten Stellen einfach abzufeilen und das bloßgelegte Zahnbein glatt u polieren, wogegen ausgedehnte cariöse Teile sorgfältig durch Ausschneiden und Ausbohren zu entsernen und die so entstandenen Höhlen hierauf zu plombieren, d. h. mit Gold, Zinn, Amalgam, Zahncement und Guttapercha auszufüllen sind. 121 Plombieren.) Bei großer Schmerzhaftigeit der 1.bloran muß zuvor der Zahnnerv durch Atzmittel (Chlorzink, arsenige Säuren, Glüheisen u. a.) zerstört werden. Bei weit vorgeschrittener Caries ist es am zweckmäßigsten, den kranken Zahn durch nten u entfernen, um das Weitergreifen des cariösen Prozesses auf die benachbarten gesunden Zähne zu verhüten. Eine nicht seltene Folge der Zahncaries ist die Entzündung der Wurzelhaut (Periodontitis); es bildet sich hierbei unter lebhaften Schmerzen im Zahnfach des Kiefers Eiter, welcher eine schmerzheire Anschwellung des Zahnfleisches, sowie der etreffenden Gesichtshälfte verursacht und schließlich das Zahnfleisch durchbricht und in die Mundhöhle entleert wird, worauf in der Regel die Schmerzen nachlassen. Man nennt diese Geschwulst einen Zahnabseeß oder ein Zahngeschwür. Wenn die Eiterabsonderung nicht versiegt, so entsteht eine dauernde Zahn-oder Backenfistel, indem zwischen der entzündeten Zahnwurzel oder dem Zahnfach und dem Zahnfleisch, oder der Backenschleimhaut oder selbst der Außenfläche des Backens ein enger fistulöser Gang sich bildet, der stets oder zeitweilig Eiter nach außen entleert. In solchen Fällen ist das Herausziehen des kranken Zahns durchaus erforderlich; geschieht es nicht, so kann die Fistel Jahre, selbst Jahrzehnte hindurch bestehen bleiben. Ein weiteres lästiges übel ist die Ablagerung des sog. Zahnsteins (fälschlich auch Weinstein genannt), welche nicht selten die Zähne, besonders die untern Schneide- und obern Backzähne, als gelbe oder braune harte steinartige Kruste überzieht und aus einem Gemisch von kohlensaurem und phosphorsaurem Kalk, Schleim, abgestorbenen Oberhautzellen, Speiseresten und mikroskopischen Pilzen besteht. Die Nachteile des Zahnsteinansatzes bestehen nicht bloß darin, daß sich das benachbarte Zahnfleisch leicht entzündet und die Entwickelung der Zahnfäule begünstigt wird; größere Zahnsteinmassen können auch direkt Ausfallen der Zähne und Schwinden der Zahnfächer veranlassen, indem der Zahnstein zwischen Zahnfleisch und Wurzel sich einbohrt und so den Zusammenhang der Zähne mit den benachbarten Geweben lockert. Größere Mengen von Zahnstein müssen vom Zahnarzt vorsichtig mit kleinen meißelartigen Instrumenten entfernt werden; die Wiedererzeugung desselben verhütet man am besten durch tägliche sorgfältige Reinigung der Mundhöhle und regelmäßige Anwendung der Zahnbürste und eines zweckdienlichen Zahnpulvers. Verschieden vom Zahnstein ist der grüne Ansatz, der sich oft an den obern Schneidezähnen findet und aus pflanzlichen Parasiten besteht; auch er muß möglichst frühzeitig vermittelst scharfer Instrumente entfernt werden, weil er sehr leicht zur Entstehung der Zahncaries führt. Der Zahnschmerz (Odontalgie) nimmt je nach der Menge der unmittelbar oder durch Sympathie ergriffenen Nerven eine größere oder geringere Ausbreitung und Intensität an und erfordert durchaus eine genaue zahnärztliche Untersuchung der schmerzhaften Zahnreihe. Man unterscheidet im allgemeinen zwei verschiedene Arten des Zahnschmerzes: den sog. idiopathischen, welcher in dem Zahne selbst seinen Sitz hat, und den sog. sympakhischen, welcher in Erkrankungen anderer meht oder minder entfernter Organe seine Ursache hat und nur auf dem Wege des Reflexes auf die Zahnnerven übertragen wird. Zu der erstgenannten Art gehören die Schmerzen, welche durch die Nervenentblößung an cariösen Zähnen, durch Entzündung der Zahnwurzelhaut oder der Zahnpulpa, sowie durch rheumatische Affektionen der Knochenhaut und der benachbarten Gewebe (d. der rheumatische Zahnschmerz, Zahnreißen) verursacht werden; unter die sympathischen

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 831Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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