Zillerthal, ein Seitenthal des Innthals und wohl das bedeutendste Querthal der östl. Centralalpen, in der tiroler Bezirkshauptmannschaft Schwaz. Es hat seinen Namen vom Zillerbache, der es durchströmt. Das eigentliche 3Z. erstreckt sich nur etwa 28 Em von der Thalmündung aufwärts bis zum Dorfe Mairhofen. Bis hierher besitzt das Thal ungewöhnliche Breite und Tiefe, und das Gefälle der Thalsohle ist fast unmerklich (der Fallwinkel beträgt nur 12 Minuten im Mittel). Bei Mairhofen verzweigt sich dann das Hauptthal fächerförmig in vier schluchtenartige Nebenthäler: den Zillergrund, das Stillup⸗ das Zemm:⸗ und das Tuxerthal. Alle vier unterscheiden sich sowohl in geographischer, als in landschaftlicher Hinsi charakteristisch vom Hauptthale, sodaß keins derselben als Fortsetzung der untern Thalfurche aufgefaßt werden kann. Das 3. mit seinen Nebenthälern ist wegen seiner hohen landschaftlichen Reize weit berühmt und viel besucht. Die beiden großartigen Gebirgskämme dieser Gruppe, der Tuxer Hauptkamm im Nordwesten und der Zillerthaler Hauptkamm im Südosten, erheben sich unmittelbar aus den tiefeingeschnittenen Thälern zu bedeutender Höhe; die mittlere Höhe beträgt etwa 3000 m, und einzelne Gipfel ragen bis zu 3500 m empor. Dagegen erstrecken sich die Ciszungen der Gletscher tiefer in die Thalmulden hinunter, als sonst irgendwo in den östl. Centralalpen. Das hat etwa 15000 E., meist kräftige und schöne Leute mit markierten Zügen. Die Zillerthaler stehen anthropologisch und dialektisch in interessantem Gegensatze zu den rein bayr. Unter-Innthalern. Eine wud Leneimüsiaz bildet die Viehzucht, und es wird regelmäßig ziemlich viel Vieh exportiert. Doch ist das Thal nicht im Stande, die zahlreiche Bevölkerung zu ernähren. Viele Zillerthaler müssen als Hausierer oder Sänger im Auslande ihr Brot suchen. Die bedeutendsten Ortschaften sind Fügen (1094 C.), Zell (810 E.) und Mairhofen (1114 C.), besonders die beiden letztern in sehr schöner Lage. Großes Aufsehen erregte im J. 1837 die Auswanderung von 400 seit 1830 protestantisch gewordenen Zillerthalern. Obgleich diesen Kaiser Franz bei seiner Anwesenheit in Innsbruck 1832 Duldung versprochen, wurden sie unterm 2. April 1834 dahin beschieden, daß sie entweder wieder katholisch werden oder auswandern müßten. Da faßten die Zillerthaler den Entschluß, wie einst die evang. Salzburger, in Preußen eine Freistätte zu suchen. Nachdem der Hofprediger Strauß in Berlin die nötigen Verhandlungen mit der österr. Regierung geführt, konnten die Zillerthaler, denen die österr. Regierung den Verkauf ihres Eigentums gestattete, im Aug. 1837 die Auswanderung nach Preußen antreten. Es waren in allem 399 Manner, Frauen und Kinder, die 2. Okt. zu Schmiedeberg in Schlesien anlangten, wohin man sie einstweilen sendete, weil in Erdmannsdorf, das zu ihrer Aufnahme bestimmt war, die nötigen Einrichtungen noch nicht vollendet waren. Der König bewilligte zu ihrer Einrichtung 22500 Thlr. und 1839 12500 Thlr. für Zwecke der Kirche und Schule. Das neue Schulhaus wurde 1838 und die neue schöne Kirche 1840 eingeweiht. Die für sie eingerichtete Kolonie erhielt den Namen Zillerthal und besteht aus Hoch⸗, Mittel⸗ und Niederzillerthal, nach der terrassenförmigen Anlage so genannt. (S. unter Er dmannsdorf.) Vgl. Ruthner, «Aus Tirol. Berg⸗ und Gletscherreisen in den österr. Hochalpeno (Wien 1869); Son⸗ „Aus dem Zillerthaler Hochgebirger (Gera 1878). imbabe, Zimbabye oder Simbabye, Ruinenstätte im östl. Südafrika, zwischen dem Limpopo und Zambesi, nahe einem rechtsseitigen Nebenfluß des Sabi, war schon den alten portug. Schriftstellern Dos Santos und De Barros bekannt, und wurde 5. Sept. 1871 von Karl Mauch unter 20 14 südl. Br. und 31 48“ östl. L. (von Greenwich) wieder entdeckt. Die Ruinen liegen teils auf, teils an einem 120 m hohen Granitfelsen und dienten wahrscheinlich Befestigungszwecken. Auf dem Berge sind bis 10 m hohe Mauern aus behauenen Granitsteinen ohne Mörtel zusammengefügt; aus demselben Material ist am Fuße des Berges ein Rundbau von 70 m Durchmesser mit 8 m hoher Einfassungsmauer, in welchem ein 10 m hoher Turm sich erhebt. Da in der Umgegend Gold gefunden wird, hielt Mauch diese Ruinen für das alte Ophir (. d.). Vgl. «Karl Mauchs Reisen im Innern von Südafrikas (Gotha 1874).