FeedZugführer
VerkehrBrockhaus 1882

Zugführer heißt der Befehlshaber eines Zugs einer Infanteriekompagnie, einer Kavallerieeskadron und einer Batterie der Feldartillerie. (S. Zug.) habeirieb g. (Oberschaffner) beim Eisenbahnbetrieb (s. u. CEisenbahnen, Bd. V, S. 864) heißt der Beamte, welcher den Befehl über einen auf der Fahrt befindlichen Eisenbahnzug führt und dem Lokomotivführer über das Anhalten, Abfahren und den allgemeinen Gang des Zugs Anweisung zu geben hat. Auf den Stationen hat der Z. die Anweisungen des dienstthuenden Stationsbeamten zu befolgen und darf den Zug nicht ohne Genehmigung des letztern abfahren lassen. uggras, s. unter Holeus. ugkilometer, s. unter Kilometer. uglinie, s. Traktorie. ugpflaster, s. Bleipflaster. ugverbände (chirurg.)“. s. unter Extension. ugvögel heißen alle diejenigen Vögel, welche alljährlich dem Winteraufenthalt wärmere Gegenden aufsuchen als die, welche sie im Sommer bewohnten. Meist ist das kältere Land das Nist⸗ und Brütland, also die eigentliche Heimat, die nur wegen Kälte und Nahrungslosigkeit periodisch verlassen wird. Der A 19 geschieht gemeiniglich infolge eines anererbten Naturtriebes (der sich selbst bei gefangenen Individuen zeigt) vor Eintritt des wirklichen Mangels in größern Gesellschaften. Auf der Wanderung wird häufig eine bestimmte Ordnung des Flugs beobachtet; so bilden Störche und Kraniche einen Keil, Regenpfeifer und Kiebitze eine schiefe Linie. Bisweilen werden Rasttage gehalten. Schwächere Vögel erwarten, ehe sie größere Wasserstrecken berschreiten, häufig günstigen Wind; so die Wachteln zum Kreuzen des Mittelmeers. Nächtliche Züge geschehen oft mit großem Geräusch, z. B. bei Wildgänsen und Kranichen, und haben dadurch zu mancherlei Märchen Anlaß gegeben. Das Ziel, auf welches die Richtung des Zugs ohne Abweichung hingeht, ist bald näher, bald weiter entfernt. Die meisten deutschen 3. gehen nur bis nach Italien oder Nordafrika, während die Bewohner noch höherer Breiten, z.B. die isländ. Schneeammern, in Mitteleuropa überwintern. Die Rückkehr geschieht zu einer bestimmten Zeit, wenn sie auch öfters durch ungünstige Witterung einige Wochen hingehalten wird, ist jedoch keineswegs ein sicheres Zeichen des anbrechenden Frühlings. Merkwürdig ist dabei die Art und Weise, wie manche Vögel nach Monaten nicht nur die Gegend ihres ursprünglichen Wohnortes, sondern auch das alte Nest auffinden. Vgl. Palmen, «Zugstraßen der Vögelv (Lpz. 1879), und A. Weißmann, aüber das Wandern der Vögelo, in Virchow und Holtzendorffs Sammlung gemeinnütziger Vorträge »(Heft 291, Berl. 1878). uhaltung, s. u. Schloß, Bd. XIV, S. 411². uidersee (d. i. Südsee), ein Meerbusen der Nordsee, 3139 qkm groß, von den niederländ. Provinzen Nordholland, Utrecht, Gelderland, Overyssel und Friesland umgeben, und im Nordwesten, wo er mit der Nordsee in Verbindung steht, durch die Inseln Texel und Vlieland begrenzt, war früher ein geschlossener See, bei den Römern Flexvo, später Almere genannt, etwa 1375 qkm groß, dessen nordwestl. Ufer zu Anfang des 13. Jahrh. von den Wellen verschlungen wurde, wie man aus der Lage der Inseln Texel und Vlieland und der Sandbänke schließt, welche an seinem Eingange die Schiffahrt sehr unsicher machen. Seinen jetzigen Umfang erreichte das Gewässer im J. 1287, wobei angeblich 80000 Menschen umkamen. Unter den sich in die Z. ergießenden Flüssen ist die Yssel (s. d.) der größte. Große Schiffe können seewärts nur durch das Schulegat beim Helder und den Vliestrom hineingeangen. Die Tiefe nimmt von der Südküste nach Norden allmählich zu und ist in der Mitte wenig mehr als 3 m; die Flut steigt in gewöhnlichen Zeiten 20—24 em; Sturmfluten treiben das Wasser auch einmal zu 2,5 meauf. Ein südwestl. Seitenarm ist das Y (. d.), das früher mit dem jetzt trocken gelegten Harlemer Meer (s. d.) in Verbindung stand. In neuester Zeit ist die Trockenlegun des südl. Teils der Z. projektiert worden. Val. Vaal, De Zuiderzees (Amsterd. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 956Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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