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PflanzenreichBau-Lexikon 1881
Fig. 604.
Fig. 604.

Blatt, n., 1. frz. feuille, f., engl. Ieaf, pl. Ieaves, foil. Fast in allen Stilen finden sich Blätter als Verzierungen verwendet, und zwar entweder einzelne Blätter, aufrecht oder schräg neben einander gestellt als Friesausfüllung,‚ in Hohlkehlen etc., od. in Ranken, Guirlanden, Kränzen re. vereinigte Blätter in mehr oder minder stilisirter Weise zu Ausfüllung von Flächen, also als passive Verzierung, od. als Dekorirung stützender oder tragender Theile, an Konsolen, Kapitälen etc., also als aktive Verzierungen. Die Zusammenstellung derselben ist natürlich nach den Stilen sehr verschieden, die Benennung derselben sehr manchfach. Wegen dieser Benennung vgl. die Art. Dreiblatt, Vierblatt, Kleeblatt, Kriechblume, Marienschuh, Wasserblatt, feuille, Tudorblume, Kreuzblume rce. Ueber die Wahl behufs Verwendung der Blätter als Verzierungen s die Art. Blattwerk, Blume, Laubwerk, Kapitäl, Giebelblume, Stancheon, Corbel, Kreuzblume etc. — 2. frz. (Tischl.) B.eines Tisches, Tischblatt, frz. ais m. de table, table, f. tablette, f., engl. board of a table, table-board. s. v. w. Tischplatte (s. d.). — 3. B. der Hobelbank od. sonst einer Werkbank, frz. table d'établi, engl. bench-plate, top of the bench, s. d. Art. Hobelbank, Werkbank etc. — 4. B.einer Thüre, s. v. w. Thürflügel, s.d. Art. Flügel. — 5. B. einer Säge, franz. lame, f., engl. blade, s. d. Art. Sägeblatt. — 6. franz. pale, pelle, palme, f., engl. pan, blade wash, span. pala, der breite Theil einer Schaufel, eines Ruders, einer Fahne od. dgl. — 7. (Masch.) franz. patte, f. engl. pan, eine eiserne, meist ebene flache Schiene, die in einen hölzernen Gegenstand, wie eine Welle, zu stärkerer Befestigung äußerer Theile, wie des Zapfens, eingelassen, auch mitunter noch mittels Keilen, die durch das B.gehen, nach der Verrammelung des Ganzen besonders befestigt wird. Mehr s. Art. Blattzapfen etc. — 8. (Schloss.) frz. panneton, m., der Bart des Schlüssels, auch das Stück Eisen, aus welchem eine Feder gemacht wird. — 9. (Zimlatt 9. A. merk.) frz. entement, m., engl. scarf, bei zwei der Länge nach od. auch kreuzweise, nichtbündig od. bündig mit einander zu verbindenden, also zu verlängernden oder zu verknüpfendenHölzern die sich ergänzendenEinschnitte, mittels deren eins in das andere gelegt und entweder durch Holznägel od. durch Eisengebinde noch fester verbunden werden. Werden die Hölzer bündig, so nennt man den Verband Einblattung, Anblattung, Verblattung, frz. entement od. assemblage à mi-bois, engl. halving; werden sie nicht bündig, so spricht man v. Aufblattung, frz. assemblage à paume, engl. joining by rebate, rebatting. Die verschiedenen Arten derselben sind: A. Bei Längenverbindungen: a) Das einfache, gerade od. viereckige (bündige) B. mit geradem Stoß, frz. mi-bois bout à bout, patte à mi-bois, à demi-bois, engl. plain scarf, halving (properly said), scarving(properly said); s. Fig. 603. — b) Einfaches gerades B. (ohne Bündigkeit) könnte man den Stoß mit Ueberblattung, franz. joint m. saillant, engl. rebated-joint, rebate-joint, nennen, der dem vorigen B.gleicht, wenn die Einschnitte statt zur Hälfte jedes Holzes minder tief geführt werden, so daß die beiden. Hölzer dann nicht bündig liegen; s. Fig. 604. — c) Gerades B. mit schrägem Stoß, schräggestoßenes gerades B., frz. assemblage m. à mors d'ane, engl. straight course; s. Fig. 605. Dieses B. wird nun auch wohl mit Gebinden und Bolzen versehen; s. Fig. 606. — d) Mit dem Grat u schräggestirntes gerades B., gerades B.mit Grat am Stoß, ähnlich dem vorigen, aber die Stirn des Stoßes ist ind einem Grat (auf den Grat) gearbeitet; s. Fig. 607. — se e) Schräggestirntes gerades B.mit Verzapfung im Stoß; v s. Fig. 608. — f) Französisches schräges B., frz. assem-I blage m. à patte, ist eigentlich nur ein gebrochener, halber r schräger Stoß; s. Fig. 609. — g) Gerades B. mit einer schrägen u. einer geraden Stirn, frz.tenon m. à paume a repos; s. Fig. 610. — h) Französisches Schrägblatt mit Scherzapfen, krz. assemblage à chaperon; s. Fig. 611.— ) Zusammenstoßen mit eingesetztem B., frz. kaur mors d'ane, engl. cogged straight course, muß verbolzt werden; s. Fig. 612.— k) Einfach schräges B., frz.sikklet, m., engl. skewescarf, wird meist verbolzt; s. Fig. 613. Fig. 626. Fig. ) Gerades, doppeltes B.,einfach verzahnte Ueberblattung, Kammblatt, gerades Hakenblatt, frz. entement à double patté, engl. tabled scarf; s. Fig. 614. — m) Doppelt verzahnte Ueberblattung, doppeltes gerades Hakenblatt, frz. entement à quatre pattes, engl. twice tabled scarf; s. Fig. 618. — n) Gerades Hakenblatt od. Kammblatt mit schrägem Stoß, s. Fig. 615, wird verbolzt. — 0) Gerades Hakenblatt mit schrägem Stoß und Keil, Schaffhäuser Schloß, verzahnte Ueberblattung mit Keil, frz. double HEIDELBERG O Universitätsb und 617; kommt auch mit Grat und Verzapfung vor. — p) Gerades Hakenblatt mit Versatzung, frz. Gouble patte à chaperon, versatztes Hakenblatt, muß auch einen Keil erhalten; s. Fig. 619. — 9) Schräges Hakenblatt, schief verzahnte Ueberblattung, frz.siktlet à bec de flate, entement à flüte, engl. skew tabled scarf; s. Fig. 620.— r) Schräges Hakenblatt mit Keil, französisches B. mit 9. A. Fig. 625. Keil, schief verzahnte Ueberblattung mit Keil, schiefes Schaffhäuser Schloß, frz. entement à flüte avec coin, engl. skew scarf and key; s. Fig. 621. — s) Schräges Hakenblatt mit Keil u. Grat auf dem Stoß, Jupiterschnitt, frz. trait de Jupiter, engl. skew tabled scarf with key and groin (straight course bond with scarf and key); s. Fig. 622. — t) Zusammenstoß mit eingesetztem B. mit Haken und Keil, frz. kaux mors d'àne à Coin, engl. cogged straight course with Key; s. Fig. 623. — u) Schwalbenschwanzförmiges B. mit Brüstung, auch B. mit Schwalbenschwanz; frz. entement à queue d'aronde, queue d'aronde et mi-bois, engl. dovetailed scarf; s. Fig. 624. — v) B. mit doppeltem Schwalbenschwanz, frz. entement à double queue d'aronde; s. Fig. 625.— Alle diese Blätter werden auch wohl verdeckt (frz. perdu, engl. blind), d. h. so gearbeitet, daß man an der einen Seite ein gerades B.neben dem andern stehen läßt, so daß bibliothek Heidelberg man an dieser Seite nur eine rechtwinklig durchgehende Stoßfuge sieht. Diejenigen der genannten Blätter, bei denen mehr als zwei Einschnitte nöthig sind, sind meist zu schwierig in ihrer Ausführung im Verhältnis zu der dadurch erreichten Vermehrung der Festigkeit gegen Zug, Schwankung od. Senkung, da sie doch meist noch der Nägel, Bolzen, Ringe od.dgl. bedürfen. Bei solchen Blättern verlieren die zu verbindenden Hölzer allemal so viel von ihrer Länge, als das B.lang ist. Dieser Uebelstand wird durch ein sogenanntes eingesetztes Blatt, s. Fig. 612 u. 623, vermieden. Dergleichen eingesetzte od. falsche Blätter werden von recht hartem Holz (gewöhnlich Eichenholz) mit Zapfen u. Versatzung in beide stumpf zusammengeschnittene Hölzer gut eingesetzt; aber dennoch ist kaum eine genügende Verbindung großer Hölzer hierdurch zu erzielen. B. Verlängerung stehender Hälzer, frz. entement debout, engl. scarving on end: a) B. mit schräg eingreifendem Stoß, B. mit Versatzung oder Grat auf dem Stoß und Bolzen; s. Fig. 626. (Vgl. auch oben A. C.) — b) Blattzapfen (s. d.). — e) Aufpfropfung u. zugleich Verstärkung wird am besten durch Zahnblätter, frz. Pattes en crémaillère, engl. tabled scarfs, bewirkt; s. Fig. 627. O. Kreuzung horizontaler Hölzer. a) Ueberblattung mit geradem Bie, frz. entaille à moitié bois; s Fig. 629.— ) Rechtwinklige Ueberblattung mit versatztem B.; siehe Fig. 628. — Cc) Schiefwinklige Ueberblattung mit versatztem B., s. Fig. 630 u. 631. D. Verknüpfung horizontaler Hölzer. a) Einfaches B.als Eckverband; s. d. Art. Aufblattung u. Fig. 275 u. 276.ä p)Schwalbenschwanzförmiges Hakenblatt als Eckverband; s. Fig. 632. — 0) Einfaches Hakenblatt als Querverband; s. Fig. 633. — d) Zurückgesetztes schwalbenschwanzförmiges Hakenblatt als Querverband; s. Fig. 634. Weiteres sein d. Art. Blattzapfen, Aufkämmen, Hakenblatt, Hakenkamm, Holzverbindung etc. 10. Blatt, frz. pale, patte, engl. Plade, des Anschlagwinkels (s. d., nebst Fig. 206—208). — 11.B. des Bugspriets, frz. fourrure, f., jumelle, f., engl. fish, auch Lapp f. des Bugspriets genannt; Seitenverstärkung, Backen, der am unteren Ende des Bugspriets angesetzt wird. — 12. B. od. Lappen m.eines Pfahlschuhes, frz. branche, engl. cheek, arm, horn; s. d. Art. Pfahlschuh. — 13. B. einer spanischen Wand,‚ frz. keuille, f., engl. leaf, s. v. w. Flügel oder Feld, jeder der Theile, welche durch Charniere verbunden die spanische Wand bilden. — 14. (Ziegelei) s. v. w. Dachziegel, Breitziegel, auch die zu einem First- od. Hohlziegel bestimmte Thonplatte, ehe sie die Krümmung erhalten hat. — 15. frz. lisse, f., 16, m., engl. bréeadth, span. pierna, einfache Breite eines in mehrfacher Wiederholung neben einander gelegten Zeugs, Tapetenpapiers etc.; s. auch d. Art. Bahn 10. — 16.(Miner.) frz. feuilles, engl. Leaf, s. d. Art. blätterig.

Fig. 603.
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Fig. 624.
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Fig. 626. Fig.
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Fig. 631.
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Fig. 630.
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Fig. 632.
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Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 394Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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