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TechnikBau-Lexikon 1881
Latrine

Latrine, f., frz., vom lateinischen latrina, latrinum, b5 Kloake, welches aus lavatrina, Waschgeräth, Badewanne, zusammengezogen ist, eigentlich also wohl Spülvorrichtung, daher zunächst die mit Wasserspülung eingerichteten t Abtrittsgruben, und erst in zweiter Linie s. v. w. Abtritt selbst, daher Abtritt, welcher bei den Römern wie bei den Arabern von laufendem Wasser gespült wurde, I. Panglaise, Abtritt mit Wasserschluß; nach Anderen von latere, verborgen sein, abzuleiten, also in der Bedeutung Abort zu fassen. — Jetzt bezeichnet das Wort zunächst die Grube,“ und den Abritt nur dann, wenn er direkt damit verbunden ist. Behufs Herstellung der Lagerlatrinen hebt man einen 1—1½5 M. tiefen Graben aus von 1 m. Sohlenbreite, für ein Bataillon 12 m. lang. Der Sitz wird durch eine über Kreuzböcken am Grabenrande fortlaufende Stange gebildet; die auf der entgegengesetzten Seite ausgeworfene gesagt, noch richtiger für Abtrittsgrube, mit Spülvorrichtung, mit Abfluß in die Schleuse oder sonstige Kanalisation (s. d.), neuerdings aber, obschon eigentlich völlig falsch, namentlich für solche Grubenräume gebraucht, in welche man nicht die Exkremente direkt aufnimmt, sondern wo Kübel, Latrinenfässer, unter dem Schlot stehen, die, wenn sie voll sind, hermetisch verschlossen und fortgeschafft wer2473. Großer Latrinenwagen für 12 Aborte, System Gebr. Schmidt. den; jetzt sehr beliebte Einrichtung. Viel handlicher sind die Latrinentonnen oder Kübel auf Karren u. Wagen, von Gebr. Schmidt in Weimar; s. Fig. 2471,2472 u. 2473. Zwischen dem Unterende der Schlotte und dem Kübel wird ein Latrinensyphon eingefügt. Auch diesen haben Gebr. bibliothek Heidelberg DFC Schmidt wesentlich verbessert, namentlich durch Anbrin. gung einer Heizvorrichtung unter demselben, deren überschießende Wärme durch ein Steigrohr dem Hauptrohr mitgetheilt wird u. dies vor dem Einfrieren schützt. Durek Schmidtscher Latrinensyphon. so muß man einen Aufzug an⸗

Latrine
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 267Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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