FeedTaucher aus einem tornisterähnlichen
TechnikBrockhaus 1882

Taucher aus einem tornisterähnlichen, gußeisernen Cylinder, den er auf dem Rücken trägt, und von dem ein Schlauch nach seinem Munde führt. In diesen Cylinder wird durch Schlauchverbindung von oben Luft gepumpt, und zwar mit einem solchen Drucke, welcher der Wassertiefe entspricht. Ein Manometer an der Luftpumpe zeigt den erforderlichen Druck an. Durch eine sinnreiche Ventileinrichtung atmet der Taucher gerade nur so viel Luft ein, wie er braucht, und da diese nach der Tiefe komprimiert wird, hält sie in seinem Körper dem äußern Wasserdruck stets das Gleichgewicht. Die eingeatmete Luft wird durch die Nase in den Anzug ausgeatmet und steigt durch eine von Gummiblättchen gegen das Eindringen des Wassers von außen geschlossene Offnung an die Oberfläche, sodaß der Taucher stets frische Luft von oben bekommt. Will er an die Oberfläche, so bedarf er dazu keiner fremden Hilfe. Er schließt durch eine Handhabe am Helm die Offnung mit den Gummiblättchen, und die ausgeatmete Luft bleibt so im Anzuge und läßt ihn nach wenigen Augenblicken wie einen Ball in die Höhe schießen, während er sich durch die Öffnung des Hahns wieder senken kann. Dieser Apparat, Aérophor genannt, schädigt die Gesundheit der Taucher nicht im geringsten, selbst wenn sie damit auf 60—90 m Tiefe gehen. Sein Gebrauch erfordert auch nur sehr geringe libung und Unglücksfälle sind fast gänzlich bei ihm ausgeschlossen. Man bewegt sich mit ihm unter Wasser fast ebenso bequem wie auf dem Lande, und seine großen Vorzüge verschaffen ihm deshalb jetzt überall Eingang. Der englische wird daher von dem neuen Apparat allmählich verdrängt, und die Taucherglocke kommt schon seit längerer Zeit gar nicht mehr in Anwendung. Neuere Verbesserungen am franz. Apparat sind eine unter Wasser brennende und den Umkreis des Tauchers erleuchtende Lampe und ein Sprachrohr, um sich mit ihm zu verständigen. Erstere befindet sich in einem wasserdicht abgeschlossenen Glasgefäß und erhält durch einen Schlauch die nötige Luft; letzteres ist ein Gummischlauch, der mit dem Innern des Helms in Verbindung steht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 498Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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