
Mäßrad, u., frz. compte-pas, pédomètre, früher viel gebraucht, um die Lange von Straßen — zu bestimmen; es war ein Rad mit gewöhnlich 1 Fuß von einander entfernten, 25 der Peripherie angebrachten Stacheln, dessen Umfang zusammen eine Ruthe ausmachte; wenn man also das Rad auf der Erde fortbewegte, gaben die Stacheln die Fuße u. Ruthen an, die es zurücklegte. Mäaßstab, m., franz. échelle, regle, f., engl. scale, eigentlich s. v. w. Mäßstock, gewöhnlich aber im engern Sinn des Worts für verjüngten Mäßstab, franz. Echelle de réduction, échelle rapporter, engl. plottingescale, gebraucht. Die einfachsten Maßstäbe, wie man sie gewöhnlich unter fertige Zeichnungen setzt, bestehen blos aus ei Linie, welche so eingetheilt ist, daß sich darauf die bei Zeichnung zu Grunde gelegten Längenmäßeinheiten kleinert genau in denselben Verhältnissen unter einan vorfinden, die sie in natürlicher Größe haben; wir ge in Fig. 2591 einen solchen M. von 5m. in /1% der nat lichen Größe oder auf / reduzirt. Während des Ze EIDELBERG O Univers mi-] nens bedient man sich, wenn genaues Abstechen der Mäße oli]nothwendig ist, mit Vortheil der Transversalmaßstäbe; fol-Fig. 2592 stellt einen solchen dar. Auf denselben sind ans 3 Fuß badisch ( 0, m.) in ½¼½ Verjüngung od. 30 Fuß ind, (== 9 m.) in ½¼½ aufgetragen oder auch 10 und 20 m. in oder /Jοσ Verjüngung. Will man nun z. B. 22 Fuß 5 Zoll Fuß abmessen, so setzt man mit dem einen Fuß des Zirkels auf fast der links mit 5 bezeichneten wägrechten Linie, rechts über ial-der 20 ein, mit dem andern aber da, wo die von schräg alt⸗ aufsteigende Linie die wägrechte Linie 5 trifft. da⸗ Musstock, m., frz. perche f. pour méesurer, échelle f. d'arpenteur, engl. measure-rule. Ueberhaupt s. v. w. körperlicher Maßstab. Der einfachste besteht in einem Lineal oder einer Latte, auf welcher die Mäßeinheiten in natürlicher Größe mit allen ihren Unterabtheilungen aufgetragen sind. Ein solcher Stab heißt dann je nach Beiner nennung der Einheiten Meterstock, Ellenstock, Fußstock re. i der Zum Transport in der Tasche bedient man sich der Zuver-sammenlegmäßstäbe, auch Zollstöcke, Sackmeter, Schmiender gen genannt, oder der Bandmäße, Mäßbänder oder Meßeben bänder auf Rollen. tür⸗ Mäßwerk, n. (Forml.), frz. tracé m. géométrique, eich-broderie f. en pierre, réseau, m., découpure, f., engl. eircle-tracery, geometric carving, carved-work; altengl. batement, Ornament, aus geometrischen Figuren bestehend, besonders in der Gothik häufig vorkommend, und zwar entweder als Reliefverzierung an Feldern, Füllungen etc. oder als durchbrochene Arbeit, frz. dédupure en jour, engl. through-earved work; in dieser letzten Form entweder als Brüstungsmäßwerk oder als Firstkamm (s. d. Art. erest), oder als Fenstermäßwerk, frz. brodeérie de fenétres, in der einfachsten Form als Kreuzstab, frz. eroisillon, austretend. Die Mäßwerköffnungen, Mäßwerklichten, rz. jour de découpure, altengl. batement-lights, werden durch Stäbe oder Rippen, Mäßwerkrippen, franz. nerfs de tracé, engl. tracery-ribs, von einander getrennt, und jede derfelen bildet eine in sich abgeschlossene geometrische Figur, einen besonderen) Mãßwerktheil, frz. Compartiment, engl. form-piéece. In der ersten Zeit des gothischen Stils war das M. noch nicht ausgebildet. Die Fensteröffnungen wurden zwar getheilt aber nur, indem auf dem Theilungspfosten zwei Spitzbogen ruhten, auf denen ein Kreis lag, der an den Hauptbogen sich oben anlegte; der nächste Fortschritt bestand in der geometrischen Gesetzen konstruirt, besonders mit thunlichst gleichem Radius bei gleichartigen Theilen. Dieses rein geometrische M., franz. géometrical dessin, engl. unmingled geometrical tracery, wich in der spätern Gothik einestheils willkürlicheren Formen, besonders den Fischblasen (s. d.) und Schneußen, und heißt in dieser Form buntes M., frz. dessin Hlamboyant, engl. flowing, ur-Vilinear tracery. Ein Beispiel solchen Mis ist Fig. 2593, ein Fenster aus Dunkeld, im schottischen florid gothik Sstyle. Jeder der sechs Haupttheile des Mis enthält eine Fischblase und zwei Schneußen. So entstanden auch Mäßwerksrosen, frz. Cose de compartiment, engl. rose-chaped tracery, s. d. Art. Rosette, Rosenfenster. Anderntheils aber fiel man in der letzten Zeit der Gothik vielfach wieder in die unausgebildeten Formen der Frühgothik zurück, ja diese Formen finden sich sogar oft an denselben Werken z mit den eselsrückenförmigen Nasen des kfloridstyle vereinigt angewendet, wie in Fig. 2594 eine Maßwerksbrüstung von den Chorcancellen der Kathedrale von Canterbury, 1304—-1305 gearbeitet. Weitere Beispiele von verschiedenen Mäßwerksformen s. in d. Art. Englisch-I gothisch, Fischblase, Gothisch, Katharinenrad etc.