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BaukunstBau-Lexikon 1881
Pfahlstege

Pfahlstege oder durch Kähne unterhalten. Die Gebäude selbst waren wohl fast durchgängig, mit wenigen Ausnahmen, länglich viereckige Hütten, deren Eckpfähle meist vom Seegrund durch die Verschwellung hindurch aufragten, und deren Wände aus Zweiggeflecht mit Lehm überkleidet bestanden. So waren sehr viele Pfahldörfer Fig. 2837. Pfahlbauten der Südseeinseln. 1555 Schweiz beschaffen (s. Fig. 2846), sowie die P. bei Wismar und Gägelow in Mecklenburg; so find noch jetzt die Dörfer od. Compangs der Telokh Lentju, jenes Papuastammes in der Humboldtsbai, beschaffen, die 1827 von Dumont d'Urville entdeckt wurden u. stets 2 gerade Reihen Hütten enthalten, in deren Mitte sich auch Tempel erheben. 2838. Pfahlhäuser in der Bai von Doreh (Neuguinea). Fig. 2847 zeigt den ziemlich 21 nu. hohen Pfahltempel zu Tobbadie, der mit in Holz geschnitzten Thierbildern geschmückt ist. 5. Zwischen aufrechten Grenzpfahlreihen wird ein Packwerk von Stämmen, Klötzen, Stangen, Faschinen, Lehm, Kies, Laub etc. in zweckmäßigem Schichtenwechsel eingebracht. Die Gebäudeecken bilden auch hier eingeschlagene Pfähle. So sind die Pfahldörfer von Niederwyl u. Wauwyl angelegt, so waren auch die Bauten im Bieler See gegründet, u. ähnlich, aber meist durch Erdhüufung hergestellt, sind die Terramaren bei MRodera, Castit Parma etc., in der Lombardei. 6. Zwischen die begren; den Pfühle wird Erdboden und Steinpackung gebre auch wohl noch durch dazwischen geschlagene Pfähle befestigt u. so eine künstliche Fig. 2841. Schweiger Pfahlbau in Meilen. Fig. 28414. Insel erzeugt, auf welcher man baut; so ist der Steinb im See bei Niddau entstanden, so mag auch die Rosenit DELBERG O Umniversitäts enttander sein, sowie die ganze Hette, welche sich westwärts von den Schweizer00 00 00 00 0 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 0 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 0 00 00 00 00 00 0 00 00 séen über den See von Bourget (Sa-Fig. 2843. Rostkonstruktion. (Paladru bei Grenoble) bis an die Pyrenäen erstreckt, s.z. B. Fig. 2848. Reste Steinberge uud Packwerksbauten sind die irlän-Seichte Stellen im Fluß, die im Sommer sichtbar wurden, sind durch Einlegung von Pfählen erhöht und befestigt und mit Pfahlringen umgeben; zuweilen sind letztere durch Steinschüttungen von außen verstärkt, zuwei len Steine in den Schlamm gelegt, dazwischen Pfähle geschlagen und durch Querhölzer oben verbunden. Die Pfühle waren, soweit sie aus Sdem Wasser ragten, mit Zweigen durchflochten. Den eingefaßten Boden erhöht man durch Holzwerk und Steine. Einige mußten in langen Zwischenräumen wegen des Steigens des Wassers erhöht werden. Die letzte Erhöhung geschah dann meist durch Einschüttung von Steinen. Manche waren bis um 1600 bewohnt. In Fig. 2849, Profil eines solchen Crannoge, deutet die obere wägrechte Linie den Wasserstand an. Hier haben wir drei Ansiedelungshöhen über einander; ähnlich sind die romanischen und byzantinischen t 7. Ein anderes System ist Konstruktion eines Pfahlbaues bei Castione. fällte große Stämme und stürzte sie ins liegenden runden Fläche arbeitete man so viel ab, daß der Stamm einen Pfad abgab nur etn 20 cm. über dem Wasserspiegel. Je 2dieser Stämme leg man in thunlichst paralleler, zwei kürzere Stammstücke gegen die erste rechtwinkliger Lage, in welcher man sie durch Einschlagen von Reihen kleiner Pfähle erhielt. Die nach dem Wasser zugekehrte äußere Reihe Fig. 2845. Konstruktion eines Pfahlbaues bei Castione. ragte nur etwa 1 m. aus dem Wasser und bildete mit Zweigen durchflochten eine Brüstung. Die innere, das von den Stämmen umschlossene und mit Steinwerk ausgefüllte Viereck umschließende Reihe bestand aus dicht gestellten bretähnlichen Spältlingen, welche eti mannshoch über dem Pfad emporragten, und bildetend Hüttenwände, welche mit schwachem Zweigwerk dure flochten wurden. So waren die 1872 entdeckten P. Elstersees in Plagwitz bei Leipzig nach der Untersuchr des Verfassers beschaffen. 8. Die größeren Pfähle wer blos reihenweise eingerammt, da, wo die Mauern hinko SIELIOTHEK HEIDELBERG wamen sollen; unter offene Räume „Gassen etc. schlägt man gte kleinere Pfähle. Der gesamte Pfahlrost wird noch unter in Wasser mit Verschwellung versehen, auf welcher die Grundwa mauern etc. aufliegen, nachdem der Raum zwischen den die Pfählen mit Erdreich oder Mörtel ausgeschlagen worch-Wden ist. So waren die P. Dänemarks beschaffen; so sind risches Pfahlbaudorf, restaurirt. des die gothischen und modernen Bauten Venedigs gegründet. ung Pfahlbohle, k., Küllholz, n., s. d. Art. Kluftpfahl, Fangeden damm und Schrotwand. — Pfahlbrücke, k., frz. pont m. om-de pilotis, engl. pilebridge, s. d. Art. Brücke. ersitätsbibliotnek Heidelberg Yfählchen, u., Spichpfahl, w., s. d. Art. Piquet, Feldmessen, Festungsbau und Hindernisse.

Pfahlstege
Pfahlstege
Fig. 2845. Konstruktion eines Pfahlbaues bei Castione.
Fig. 2845. Konstruktion eines Pfahlbaues bei Castione.
Fig. 2846. Schweizer Pfahlbaudorf, restaurirt.
Fig. 2846. Schweizer Pfahlbaudorf, restaurirt.
Fig. 2847. Pfahltempel zu Tobbadie.
Fig. 2847. Pfahltempel zu Tobbadie.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 533Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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