
Pfahlbaum, w., 1. Bäume, die zu Pfählen Grund⸗ und Wasserbauten rah werden, d. Art. Bauholz S. 302 Bd. I, sowie d. Art. s. d. Art. Haspelgestell. — 3. 5 v. w. OCaju Sapindaceen, s. d. Art. Cupanienholz 2. Pfahlbauten, f. PI., Frz. habitations f. pl. lacustres, engl. lacustrian Constructions, pileiglit / mothes 188356d3/0542 buildings, palafittes, ital, palafitte. Die verschiedensten Ursachen haben die Menschen bewogen, ihre Wohnstätten auf Pfähle zu setzen, und demnach kann man diese P. denn auch in verschiedene Klassen theilen. 1. Auf hohen Pfählen über trockenem Boden stehende Häuser. Der Grund dieser Anlegung mag Furcht vor wilden Thieren, feindlichen Angriffen od. dgl. gewesen sein; solche P. finden sich auf niederer Kulturstufe bei den Bassanegern auf der Beuninsel Coko, bei den Niam-Niam in Afrika . Fig. 2833, auf etwas höherer bei den Papuas in Neuguinea, Fig. 2834, bei den Senegalnegern, auf den Inseln Tahiti, Luzon, s. Fig. 2835. 2. Auf hohen Pfählen über Sumpfland stehende Häuser. Der Grund kann hier auch noch in dem Wunsch liegen, sich den Dünsten des Sumpfes zu entziehen; in dieser Weise sind die Bauerhütten in Kambodsche, Fig. 2836, u. die Hütten anderer malayischer Stämme, in Siam sowohl wie auf Java, s. Fig. 2577, zu erklären; ebenso waren die ersten RNiederkassungen der Venetianer erbaut, noch jetzt findet man in Siebenbürgen u. in den Sümpfen der Militärgrenze derartige P. 3. Einzelne Häuser auf einzelnen Pfählen im Wasser; so sind 3. B.die Wohnungen der Eingeborenen auf den Luisiaden u. anderen Südsee-Inseln beschaffen, an deren Pfählen breite Scheiben gegen das Herauftriechen des Ungeziefers befestigt sind, siehe Fig. 2837. Auch in der Bai von Doreh (Neuguinea) stehen solche Pfahlhäuser, welche sogar zum Theil ganz ähnlich wie die Bauten der Maori (. d.) mit Schnitzwerk verziert sind, s. Fig. 2838. 4. Große, auf Pfählen im Wasser ruhende Rostungen, deren jede Platz für mehrere Häuser od. für größere Gehöfte bietet, so daß sich ganze Ortschaften bilden, deren breitere Straßen aus Kanälen bestehen, während die schmäleren Gassen, Höfe etc. auf jener Rostung sich befinden. Man trifft sie bei den Oratern in den Marschen des Euphrat, am Tschadsee in Centralafrita, bei den Telokh-Lentju in der Humboldtsbai sowie bei den Dajoks im Fluß Barito auf Borneo, s. Fig. 2839, auf höherer Kulturstufe bei den Siamesen,⸗ gewissermaßen als Vorstadt von Bangkok . Fig. 2840. Auch von untergegangenen Völkern sind uns theils Nachrichten übe solche P. überliefert, z. B. von Herodot be treffs der Päonier im See Prasias, theils sind Reste solcher Perhalten. Zu diesen gehören die meisten Pfahldörfer der Kelten in den Schweizerseen, die 1820 zuerst entdeckt u. seit 1854 durchforscht worden sind ⸗ (Fig. 2841). Die Pfähle, welche die Ro stung tragen, stehen reihenweise unter der ganzen Fläche vertheilt; so enthielt das Pfahldorf Obermeilen am Züricher See über 100 000 Pfähle. Die Pfühlesinddann (E Fig. 2841 3) oben durch Unterzüge verbunden, die in Scheren der Pfähle liegen und auf denen eine Schicht kürzerer Rundhölzer od. Spältlinge liegt, worauf dann ein Lehmästrich aufgebracht ist, der sich etwa 1 —2 m.über dem Wasserspiegel befindet. Dabei war die Technik etwas verschieden, Fig. 2841 zeigt die Rostkonstruktion von Meilen, Fig. 2842 und 2843 in verschiedenen Seen vorkommende, Fig. 2844 u. 2845 die Konstruktion eines Pfahlbaues bei Castione. Die Verbindung mit dem Festland wurde durch