Feedsandstone
NaturlehreBau-Lexikon 1881

sandstone, weiß ins Graue od. Gelbe, fast nur aus Quarztrümmern bestehend, bald fein⸗„ bald grobkörnig; Bindemittel thonig oder kalkig, in geringerer Menge vorhanden, fo daß die Quarzkörner ineinander greifen; mitunter sehr locker, leicht zu Sand zerfallend. Den Namen Grünsandstein hat er von den oft vorkommenden grünlichen Körnchen eines der Grünerde ähnlichen Eisensilikats; findet sich bes. in der Sächsischen Schweiz, in Böhmen, am Harz und im Teutoburger Walde. Man unterscheidet a) nach dem Korn grobkörnigen, frz. im engern Sinn gres, auch gres houiller genannt (vergl. oben sub 3), belgisch querelle, k.„ u. feinkörnigen; b) nach der Lage des Steinbruchs gegen die Himmelsgegenden, z. B. Sommersandstein und Winterbliothek Heidelberg DFC sandstein; o)nach den Fundorten; d) nach Bindemittel und Beimengungen kalkigen S.s, franz. gres calcareus, engl. calcareus sardstone; mergeligen S.frz. greès marneuz, engl. marly (g.-st.); quarzigen S., Kieselsandstein, franz. greés quartzeux, engl. Guartzy, s.; thonigen, frz. gres argilleux, engl. argillaceous, s. etc. — 9. Eisensandstein, eisenschüssiger S., frz. sable ferruginenx, ferreux, engl. mit eisenschüssig-kieseligem Bindemittel, sehr locker, braun ins Rothe. — 10. Molasse, Braunkohlensandstein, franz. grès tertiaire à lignites, Bindemittel kohlensaurer Kalk. 3) Lockere Molasse, feinkörnig, vorherrschend Quarz, wenig Feldspat, Hornblendeetc. b) Feste Molasse, fast blos Quarz, sehr wenig Glimmer c) Grobkörnige, fast breecienartige; s übrigens Molasse; kommt in Württemberg und Bayern vor. — 11. Muschelsand u. Muschelsandstein; sandiger Grobkalk, kalkiger Tegelsand, frz. gres coquiller, engl. kaluns, crag, Quarzkörner, sandige Theile, Muscheln etc. durch einen kalkigen, kalkig-thonigen od.eisenschüssigen Teig mehr oder weniger fest verbunden, hier u. da Uebergänge zu sandigem Kalk, auch zu festem Kalkstein. Grau ins Braune od. Gelbe; findet sichim Mainzer u.Wiener Becken. — 12. Jüngster Meeressandstein, Sand der Seeufer, theils thonhaltig u. eisenschüssig, wird durch kalkige Einseihung zu einem oft nach zehn Jahren schon ziemlich festen S. verkittet. — 13. Elastischer, biegsamer S., s. Itakolumit. Den Einwirkungen der Atmosphäre widerstehen diese Sandsteinarten je nach der Natur des Bindemittels ungleich. Bei manchen Arten ist die Dauer ungemein groß. Der Kieselsandstein, d. h. der S. mit kieseligem Bindemittel, meist seiner schweren Bearbeitung wegen nur als Pflasterstein benutzt, ist der härteste und dauerhafteste. Manche hingegen, bes. die mit mergeligem Bindemittel, werden vom Regen geradezu ausgewaschen. Dies wird noch dadurch begünstigt, daß bei den meisten S.en die Schichtung der Flötze deutlich und oft ausgezeichnet regelmäßig ist. Die Lagen sind häufig durch Querklüfte getheilt, die fast winkelrecht auf der Schichtung stehen, ja auch unter einander sich winkelrecht schneiden, wodurch schon im Felsen Quadern entstehen. Durch Auswaschung dieser Spalten und Fortschwemmung des herausgespülten Sandes, der dann theils zu Erde wird, theils in den Flüssen als Flußsand weiter rollt, werden die einzelnen Quaderaufthürmungen isolirt, und infolge dessen bilden Sandsteingebirge oft unzugängliche Felsen und Klippen von außerordentlicher Höhe und den wunderbarsten Gestalten, theils senkrecht stehende u. überhängende kolossale Felsenwände, Klüfte, Schluchten und Höhlen. Sandsteinblöcke als Findlinge kommen kaum, höchstens infolge neuerer Ueberschwemmungen in Niederungen vor. Den S. gebraucht man in der Baukunst seiner Bearbeitbarkeit wegen als Mauerstein und zu großen Werkstücken, als: Pfeiler, Säulen, Träger, Platten, Treppenstufen re. Man hört nun in der Technik häufig als S.e alle solche Steine bezeichnen, die im Bruch sandige Textur haben; so wird z. B. in Leipzig selbst von sogen. Sachverständigen der rothe Thonporphyr als Rochlitzer S bezeichnet. Ferner heißt in den Rheinlanden eine Bimssteinbreceie allgemein „S. von Engers“ und die bei Stuttgart, Tübingen, Fontainebleau etc. brechenden, mit feinem Sand übermengten Kalkspatkrystalle gehen unter dem Namen „krystallisirter S.“ In der Lausitz kommt ein S. vor, den man wirklich krystallirten nennen könnte, indem er durch vulkanische Einwirkung geschmolzen und beim Erkalten in basaltähnliche Säulen gespalten ist; man nennt ihn dort weißen Basalt. Die Biegsamkeit des S.s ist ziemlich bedeutend. Wir sahen eine Platte von 2¼ m. Länge, 45 em. Breite und 8 em. Stärke sich, auf beiden Seiten aufliegend, ohne Belastung, blos durch eigene Schwere, ziemlich 5 cm. ein⸗ und bei Umkantung wieder gerade biegen; natürlich ist auch diese Eigenschaft durch das Bindemittel bedingt, bei freiliegen-SISLIortiEK gern unter ½ der . hoch macht. S. zu beizen, s. d. Art. Beize. S. zu . s. d. Art. Färben E. C.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 98Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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