FeedKalamäta
GeschichteBrockhaus 1882

Kalamäta, offiziell Kalamä, Hauptstadt der gleichnamigen Eparchie und der ganzen Präfektur (Nomarchie) Messenien im Königreich Griechenland, im Peloponnes, am Flusse Nedon, unweit dessen Mündung in den Meerbusen von Koron, zwischen Orangen⸗, Feigen⸗ und Weingärten an der Stelle des alten Pherae (oder Pharae) gelegen, ist Sitz eines Erzbischofs, hat ein Gymnasium und zählt (1879) 7609 E., die neben dem Bau von Südfrüchten und Tabak namentlich Seidenzucht und Schiffahrt treiben. Im 13. Jahrh. eine starke Feflung, kam es bei der Eroberung des Peloponnes durch die Franken (1205) in den Besitz Villehardouins und dessen Nachkommen, dann in den der Türken, wurde 1685 von den Venetianern erobert, aber durch den Frieden von Passarowitz 1718 mit dem übrigen Peloponnes den Türken zurückgegeben. K. war 1821 eine der ersten Städte, die durch den Aufstand der Griechen im Peloponnes befreit wurden. Noch in demselben Jahre wurde daselbst die erste griech. Nationalversammlung unter dem Namen des Senats von Messenien (9. April) eröffnet. Von den Truppen Ibrahim Paschas 1825 zerstört, hat sich K. seit der Begründung des Königreichs Hellas wieder zu verhältnismäßig bedeutendem Wohlstand erhoben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 17Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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