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ErdkundeBrockhaus 1882

Lepanto, Hauptstadt der Eparchie Naupaktos der griech. Nomarchie Atolien-Akarnanien, von den Neugriechen Epaktos genannt, liegt an dem den Peloponnes von dem übrigen Hellas trennenden Meerbusen von Lepanto oder von Korinth, 7 Em nordöstlich von dessen durch die sog. Kleinen Dardanellen oder die Schlösser Kastro Rumelias und Kastro Moreas (Antirrhion und Rhion der Alten) verteidigtem schmalen Eingang aus dem westlichern Golf von Patras. Die Stadt ist ein schlechtgebauter Handelsort, am Abhange eines Hügels, auf welchem das alte Schloß steht, Sitz eines griech. Bischofs, mit (1879) 1658 C. und einem Hafen. L. ward auf und aus den Ruinen des alten Naupaktos erbaut, eines wichtigen Hafenplatzes im westl. oder Ozolischen Lokris, der angeblich von der Ausrüstung der in der Zeit der dor. Wanderung zur Eroberung des Peloponnes bestimmten Flotte der Herakliden benannt ist. Naupaktos wurde 456 v. Chr. durch die Athener erobert und 454 mit aufständischen Messeniern von Ithome besetzt. Im Peloponnesischen Kriege war es eine Flottenstation der Athener, wurde jedoch 404 den Lokrern wieder abgetreten. Später gehörte es den Achäern, dann den AÄtoliern, die hier 217 v. Chr. mit Philipp V. von Macedonien Frieden schlossen. Im Mittelalter wurde die Stadt 1407 von den Venetianern erworben und von diesen so stark befestigt, daß sie erst der türk. Sultan Bajazet II. 1499 mit einem Heere von 150000 Mann zur lbergabe zwingen konnte. Von 1687 bis 1700 befand sich L. nochmals in den Händen der Venetianer. Am berühmtesten ist L.s Name durch den großen Seesieg geworden, den nach Abschluß eines Bündnisses zwischen Spanien, dem Papst und Venedig 7. Okt. 1571 die ital.⸗span. Flotte und Don Juan d'Austria (s. Johann von Österreich) über die Türken bei den Kurzolarischen oder Oxiasinseln vor dem Delta des Acheloos nördlich am Westeingang des Meerbusens von Patras, erfocht, der aber nach L., der Station der türk. Flotte, benannt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 14Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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