Kalikut, richtiger Kalikat, unter 11 15 nördl. Br. und 75 50 östl. L. (von Greenwich), in dem Distrikt Malabar der indo-brit. Präsidentschaft Madras an dem Indischen Ocean in niedriger Gegend gelegene See⸗ und Handelsstadt. In frühern Jahrhunderten der reiche und blühende Hauptort eines eigenen, unter mohammedanischen, Zamorin oder Tamuri Radiah genannten Fürsten stehenden Staats, zeigt K. kaum noch einige Spuren seiner frühern Größe. Die Portugiesen landeten unter Vasco de Gama zuerst daselbst 18. Mai 1498. Später, 1510 unter Albuquerque, verbrannten sie die Stadt, wurden aber bald wieder vertrieben und erhielten erst 1513 die Erlaubnis daselbst eine befestigte Faktorei zu stiften. Auch die Englisch-Ostindische Kompagnie gründete 1616 in K. eine solche. Im J. 1766 von Hyder-Ali, Sultan von Mysore, unterworfen, befreite sich K. wieder und wurde 1773 von Hyder-Ali abermals erobert, welchen 1782 die Engländer vertrieben. Infolge hiervon eroberte Tippu-Sahib 1789 wieder K., verwüstete die Stadt fast gänzlich und beging gegen alle christl. und brahmanischen Einwohner die fürchterlichsten Grausamkeiten. Alle fremden mohammed. Handelsleute wurden vertrieben. Wenige Jahre später, 1792, elangte K. wieder an die Engländer und hat sich eitdem gehoben, ist aber lange noch nicht zu seinem frühern Glanze zurückgelangt. Der in älterer Zeit geräumige und gute Hafen ist versandet. K. zählt (1871) 47962, fast ausschließlich mohammedanische, teilweise von eingewanderten Arabern abstammende E., welche etwas Baumwollweberei und Handel mit den wenig beträchtlichen, hauptsächlich in Kokosnüssen, verschiedenen Gewürzen, Baumwolle, Wachs, Teak⸗ und Sandelholz bestehenden Erzeugnissen des Landes treiben.