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ErdkundeBrockhaus 1882

Kanauor, Kananur oder Cannanore, Stadt im Distrikt Malabar der engl. Präsidentschaft Madras von Vorderindien, unter 11² 52 nördl. Br. und 75 26 östl. L. von Greenwich, am Arabischen Meer, hat einen Seehafen von 9—10 m Tiefe, der indessen wegen daselbst stehender heftiger Brandung nicht sicher ist, wenn die Schiffe zu dicht am Lande vor Anker gehen. Auch befindet sich dort ein Fort und ein militärisches Kantonnement, ein Gefängnis, ein Hospital u. s. w. K. zählt (1872) 31070 E. Die Umgegend von K. ist fruchtbar, namentlich außerordentlich reich an Kokosbäumen, welche weiter nördlich nicht mehr gedeihen. Die Nüsse derselben, wie auch Pfeffer und Zimmerhölzer bilden Hauptartikel einer nicht unbeträchtlichen Ausfuhr. K. ist ein sehr alter Ort. In einer verhältnismäßig spätern Zeit gelangte es an die Familie Moplay, die es durch Kauf von den Holländern erstand, welche K. den Portugiesen abgenommen hatten. Im J. 1768 fand Hyder-Ali, bei seiner Unterwerfung der Landschaft Malabar, Beistand von Ali Radscha, dem Moplaychef von K. In ihrem Kriege mit Tippu-Sahib besetzten die Engländer K., gaben es aber bei dem Frieden von Mangalur an die Familie Moplay zurück. Später fiel es wieder in die Hände von Tippu-Sahib, ergab sich aber 1791 nach einer kurzen Belagerung durch General Abercromby an die Briten. Kauapee (frz. canapé, ital. canope), gepolsterter Ruhesitz für mehrere, mit gepolsterten Rücken- und Seitenlehnen; das Wort ist vom griech. Enopeion, lat. canopeum, abgeleitet, welches ein mit einem Mückennetz versehenes Ruhebett bedeutet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 60Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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