FeedKandare (ungar.)
Sport & SpielBrockhaus 1882

Kandare (ungar.), Stange, gehört zur Zäumung (s. d.) des Reit-wie Wagenpferdes und bezeichnet entweder lediglich ein als Gebiß dienendes eisernes oder stählernes Gestell, welches sich aus dem Mundstück, den beiden dasselbe nach oben und unten überragenden Bäumen (an den längern Unterbäumen sind die Zügelringe, an den Oberbäumen die Osen zum Einschnallen des Hauptgestells), der Kinnkette und dem Kinnkettenhaken zusammensetzt, oder man begreift unter K. die Lederteile mit, welche in das den Kopf des Pferdes umfassende Hauptgestell und in die Zügel mit dem Schieber zerfallen, in welchem Falle das Ganze auch Stangenzaum (im Gegensatz zur Trense ss. d.) genannt wird. Die Wirkung der K. auf Kinnladen und Genickdes Pferdes ist eine hebelartige und darum verstärkte und erlaubt dem Reiter, sein Pferd mit Einer Hand zu führen; darum ist die Zäumung auf K. für das unter dem Reiter befindliche Kriegspferd unerläßlich. Auch bei dem an der Hand oder vom Bock aus geführten Zugpferd ergibt die K., welche dann mit dem Zügel am Rückenkissen angebunden (aufgesetzt) wird, eine bessere Aufrichtung, als bei bloßer Zäumung auf Trense. Mit der K. wird stets gleichzeitig die durch direkten Anzug der Zugel wirkende Unterlegetrense aufgelegt, die mit zwei Händen geführt wird. Der Reiter bedient sich ihrer indes nur im Notfalle, wenn das Pferd die Hilfen mit der K. nicht versteht, oder gegen dieselben unempfindlich ist. (S. Zäumung.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 61Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sport & Spiel 6