Kandähar, ein Chanat von Afghanistan, südlich von Balutschistan, westlich von der pers. Wüste, nördlich und östlich von Kabulistan und der Suliman genannten Gebirgskette begrenzt, ist nur in den bewässerten Thälern der östl. gebirgigen Hälfte fruchtbar. In der ebenern, im ganzen höchst dürren und sandigen, am Ende sich ganz zur Wüste gestaltenden westl. Hälfte versiegen auch die meisten und bedeutendsten Flüsse des Landes; der Hilmend mit seinem linksseitigen Zufluß Argandab mit Tarnak und Dori verläuft sich, trotz seines Wassergebietes von beinahe 275000 akm, unbedeutend in den Hamunsee. Außer den Ureinwohnern, den Tadschiks‚ und den Eroberern, den Afghanen, findet man auch fl Balutschen und Kissilbaschen. Die Hauptstadt Kandahar, 450 km südwest-t lich von Kabul, liegt in einer fruchtbaren und wohl-t angebauten Ebene zwischen dem Argandab und Tarnak, enderpon9 vom Amrangebirge, dem bedeutendsten der von Nordosten nach Südwesten gehenden Höhenzüge im Innern Afghanistans, und zählt nach einigen über 50000, nach andern nur 25000 E. Die Stadt ist sehr alt und wahrscheinlich das von Alexander d. Gr. gegründete Alexandria in Aracho-f sia. Sie wurde oft erobert, zerstört (1383 von t Tamerlan, 1507 vom Sultan Babur, 1620 durch Schah Abbas I., 1660 durch Abbas II. und 1738d von Nadir Schah), aber jedesmal wieder aufgebaut,d zuletzt von Achmed Schah 1753 nach einem regel⸗⸗ mäßigen Plane und auf einem von dem alten K.d verschiedenen Platze, doch in dessen Nachbarschaft.b Die Stadt ist nach orient. Weise gebaut, besteht aus Backsteinhäusern und ist befestigt. Die bedeutend-k sten Gebäude sind der Bazar in der Mitte der Stadt und das Grabmal Achmed Schahs. K. ist die wichtigste Handels⸗ und Industriestadt Afghanistans. (S. Afghanistan.)