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ErdkundeBrockhaus 1882

Kesaw, s. unter Kassiber — (Piz), der höchste Gipfel der Nordrhätischen Alpen (s. Alpen 10) im schweiz. Kanton Graubünden, erhebt sich nördlich vom Albulapaß auf der Wasserscheide zwischen der Albula (Rhein) und dem Inn (Donau), der Berninagruppe gerade gegenüber, zu 3422 müber dem Meere. Der Berg bildet einen zackigen Felsgrat, der gegen W., S. und O. mit som Gneis⸗ und Schieferwänden abstürzt, während seine Nordseite von einem steil zum Porchabellagletscher abfallenden Firnfelde bekleidet ist. Wie der Piz K. eine der kühnsten Bergformen auf der linken Thalseite des Ober-Engadins darstellt, so bietet er auch vermöge seiner dominierenden Lage eine der schönsten Fernsichten der Engadinerberge, die sich vom Ortler bis zum Monte-Rofa und dem Finsteraarhorn und von den nahen Firn⸗ und Felshäuptern der Berninagruppe bis zum Tödi und dem Sentis erstreckt. Die ziemlich schwierige Besteigung, die zuerst 1846 vom Forstinspektor Coaz ausgeführt wurde, erfordert von Madulein im Engadin aus 5—6 Stunden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 246Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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