Kino (Gummi Kino), eine wichtige, dem Catechu und Gambir nahestehende Drogue, ist ein festes CExtrakt, welches aus den Säften verschiedener exotischer Holzarten gewonnen wird. Man unterscheidet im Handel vier Hauptsorten: 1) K. Malabaricum oder Amboinense, wahrscheinlich ein Erxtrakt aus der Rinde des in Hinterindien und auf den benachbarten Inseln wachsenden Pterocarpus Marsupium Hoæcb., eines Baums aus der Familie der d Schmetterlingsblütler; 2) K. orientale, der einge⸗( dickte Saft der Rinde von Butea frondosa Eorb., eines ebenfalls ostind. Baums derselben Familie: 3) K. australe, K. von Botanybai, der eingetrocknete, aus Rindenrissen des Eucalyptus resinifera 70. und anderer Arten der Gattung Eucalyptus (I. d.), eines austral. Myrtaceenbaums, fließende Saft; 4) K. ameéricanum oder jamaicense, das Extrakt von Coccoloba uvifera Jegn., eines in Westindien wachsenden Baums aus der Familie der Polygoneen. Das K. bildet kantige oder unregelmäßige, knollige Stücke von schwarzrotbrauner Farbe, welche splitterigen Bruch zeigen und deren Splitter an den Kanten meist durchscheinend rot gefärbt sind. Es schmeckt sehr zusammenziehend und färbt den Speichel rot. Sein Hauptbestandteil ist die Kinogerbsäure, ferner findet sich darin meist auch Catechusäure und Brenzeatechin. In der Medizin wird das K. als adstringierendes Mittel benutzt. Zuweilen findet es auch wie Catechu und Gambir zum Färben und Gerben Anwendung. Kinroß, Grafschaft in Schottland, nach Clackmannan die kleinste des Königreichs, die am schwächsten bevölkerte, von Fife und Perth ganz umschlossen, nur 201,5 àkm groß, hauptsächlich eine ovale Ebene, enthält im Südosten den herrlichen See (Loch) Leven, welcher fast alle Gewässer des Ländchens aufnimmt,‚ 134 ha groß ist, durch den Leven in den Forthbusen abfließt und in seiner Umgegend ziemlich fruchtbaren und gutbestellten Boden (im ganzen 63 Proz. des Areals) hat, während die höhern Gegenden sehr unergiebig, meist mit Moor und Moos bedeckt sind. Man gewinnt Getreide, besonders Hafer, Kartoffeln und Flachs, zieht Rinder (5555) und Schafe (26 530), bricht Kalk und Quadersteine und fertigt Leinwand⸗ und Baumwollwaren. Die Grafschaft gehörte früher zu dem östlich gelegenen Fife, von dem sie erst 1426 getrennt worden ist, und zählt (1881) 6699 E. Die Hauptstadt Kinroß, an der Hauptstraße von Edinburgh nach Perth und an der Eisenbahn gelegen, hat 1960 E., welche Gerbereien, Tartanfabriken und Kornmühlen unterhalten. Ihre Lage nahe westlich vom Loch-Leven ist höchst romantisch, besonders gewährt das nahe Kinroßcastle auf einem in den See vorspringenden Vorgebirge eine herrliche Aussicht. Nahe im NO. steht die Ruine des Schlosses Burleigh. Auf einer der vier Inseln des durch seinen Fischreichtum bekannten Sees liegen die Ruinen des uralten Schlosses Loch-Leven, schon 1257 eine königl. Residenz, in welchem 1429 Archibald, Earl von Douglas, und Maria Stuavt vom 16. Juni 1567 bis 2. Mai 1568 gefangen gehalten wurden. Nahe der Straße nach Stirling liegen die berühmten Wasserfälle des Cauldron.