FeedKitzingen
ErdkundeBrockhaus 1882

Kitzingen, unmittelbare Stadt im bayr. Regievungsbezirk Unterfranken, 17 km im OSO. von Würzburg, rechts am Main, mit der am andern Ufer gelegenen Vorstadt Etwashausen durch eine 300 m lange und auf 13 Bogen ruhende Brücke verbunden, und an der bayr. Staatsbahn Passau-Würzburg, ist Sitz des Bezirksamts und eines Amtsgerichts, eine kath. und eine prot. Pfarrkirche, zwei Kapellen, eine Real⸗, Latein⸗ und höhere Töchterschule, ein 1344 gestiftetes Hospital, ein ehemalies Kapuziner- und ein eingegangenes Benediktineronnenkloster. Die Stadt zählt (1880) 6966 meist prot. E., welche bedeutende Bierbrauereien, eine Dampfmühle, drei Roßhaarspinnereien, zwei Faböriken wasserdichter Anstrichfarbe, eine Schaumweinfabrik, eine Faßfabrik undzwei Cementmühlen unterhalten, sowie bedeutenden Handel mit Wein und Bier treiben. Der Ort ist sehr alt und wird schon in der Zeit der Karolinger als Kloster und Königshof Chizzinga erwähnt. Lange Zeit gehörte K. den rafen von Hohenlohe, von welchen das Bistum Würzburg und die Markgrafen von Brandenburg Teile erkauften. Würzburg versetzte 1434 seinen Anteil an die Markgrafen, die ihm erst 1684 die ganze Stadt abtraten. Die Vorstadt Etwashausen am linken Mainufer ist berühmt durch ihren sehr einträglichen Gemüsebau.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 314Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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