Klettenberg (Susanne Katharine von), das Urbild der eschönen Seeles in den Bekenntnissen einer schönen Seeler in Goethes ⸗Wilhelm Meisters Lehrjahre», geb. in Frankfurt a. M. 19. Dez. 1723, starb daselbst 16. Dez. 1774. Nach einem geselligen, vielfach belebten Jugendleben wandte sie sich mehr und mehr einer ernst-religiösen Sinnesweise zu, trat mit den Herrnhutern in Verbindung und fand sich durch ihre mystische Richtung auch zu alchimistischen Studien veranlaßt. Ihr Einfluß auf Goethes Jugend, mit dessen Mutter sie eng befreundet war, ist sehr hoch anzuschlagen. Mehrere geistliche Lieder von ihr haben sich erhalten, ebenso religiöse Aufsätze, welche der ihr nahe befreundete F. K. von Moser nebst verwandten Arbeiten von ihrer üngern Schwester und ihm selbst unter dem Titel „Der Geist in der Freundschaft» 1754 anonym herausgab. Diesen litterarischen Nachlaß, genaue Forschungen über ihr Leben und Goethes Bekenntnisse einer schönen Seeler enthalten die «Reliquien des Fräulein Susanne Katharine von K.» von Lappenberg (Hamb. 1849).