Hensel (Luise), 9. Mar Dichterin, Schwester des vorigen, geb. 30. März 1798 zu Linum bei Fehrbellin in der Mark Brandenburg als Tochter eines prot. Geistlichen. Nach dessen Tod (1809) siedelte ihre Mutter 1810 mit ihren Kindern Wilhelm, Luise und Wilhelmine H. (letztere gleichfalls Dichterin, geb. 13. Sept. 1802, seit 1851 Vorsteherin der Clisabethstiftung zu Pankow bei Berlin), nach Berlin über, wo Luise H. 1818 zur kath. Kirche übertrat. Um diese Zeit bekehrte sie auch den leidenschaftlich sie umwerbenden Clemens Brentano. Im Frühjahr 1819 wurde sie Gesellschafterin einer Fürstin Salm, 1821 Hauslehrerin bei der Witwe des Grafen Friedrich Stolberg; 1823—26 leitete sie die Erziehung eines Neffen zu Wiedenbrück in Westfalen und beschäftigte sich später an verschiedenen frommen Anstalten. Von 1833 bis 1837 lebte sie in Berlin, dann bei der Frau Fritz Schlossers zu Stift Neuburg am Neckar, ward 1840 Erzieherin in Köln, lebte dann in Wiedenbrück, später in Paderborn, wo sie 18. Dez. 1876 starb. Ihre Lieder, die zumeist vor ihrem Übertritt entstanden, von innigstem religiösen Gefühl, sind kath.⸗prot. Gemeingut geworden. Zu den bekanntesten gehören „Müde bin ich, geh' zur Ruhy und Immer muß ich wieder leseno. Sie wurden, mit denen ihrer Schwester vereinigt, von H. Kletke (Berl. 1858) herausgegeben, später von C. Schlüter (Paderb. 1869; 2. Aufl. 1877), ihre Briefe von demselben Lieder 1878). Vgl. Reinkens, Luise H. und ihre ieders (Bonn 1877).