Arnim (Elisabeth von, gewöhnlich Bettina genannt), Gattin des vorigen, Tochter des kurtrierischen Residenten bei der Freien Stadt Frankfurt Peter Ant. Brentano und der Maximiliane Laroche, Enkelin von Sophie Laroche und Schwester des Dichters Clemens Brentano (s. d.), wurde 4. April 1785 zu Frankfurt a. M. geboren, verlebte ihre Jugend teils im Kloster zu Fritzlar, teils bei Verwandten in Offenbach und Marburg, teils in Frankfurt und verheiratete sich 1811 mit Achim von A. Ihre Liebe zur Natur ging, besonders nachdem sie mit dem Stiftsfräulein Karoline von Günderode (s. d.) bekannt geworden, in einen phantastischen Kultus der Natur über und nahm schließlich einen geradezu krankhaften Charakter an. Nach dem Selbstmord der Günderode faßte sie zu Goethe eine schwärmerische Neigung, welche jedoch enließ, Goethe sich mit ihr in einen Briefwe sel einließ, unerwidert blieb. Aus dieser Zeit rührt 65 von ihr selbst ins Englische übersetztes Buch „Goethes Brie wechsel mit einem Kindey (3 Bde., Berl. 1835; 3. Aufl., herausg. von H. Grimm, 1881); vgl. dazu: HBriefe Goethes an Sophie von La Roche und Bettina Brentano nebst dichterischen Beilagen, herausgegeben von G. von Löpery (Berl. 1879). Später erschien von ihr Die Günderodey (2 Bde., Grünb. u. Berl. 1840; 2. Aufl. 1852), Briefe, welche wischen ihr und Karoline von Günderode gewechselt worden waren; bezeichnend ist, daß sie das Buch den Studenten widmete, die mit einem Fackelzuge antworteten. Merkwürdiger und wahrhaft originell bleiben indes die drei Bände ihres zuerst erwähnten Briefwechsels, von denen die beiden ersten ihre Korrespondenz mit der Mutter Goethes, der 942 Arnim (Heinr. Alexander, Freiherr vo „Frau Rato, und die mit Goethe gewechselten Briefe, der dritte ihr Tagebuch enthält. Der Briefwech mit Goethe beginnt im März 1807, als der Dichter nahe an 60 J. alt war. Daumer stellte aus ihren Briefen eine Sammlung Poesien unter dem Titel Bettina. Gedichte aus Goethes Briefwechsel mit einem Kindey (Nürnb. 1837) her. In eine neue Richtung wurde der bewegliche Geist Bettinas durch die sozial-polit. Erscheinungen der vierziger Jahre geworfen, so in «Dies Buch gehört dem Königer (2 Bde., Berl. 1843), (Ilius Pamphilius und die Ambrosiav (2 Bde., Berl. 1848), welche Schrift den Briefwechsel zwischen Bettina und dem Dichter Phil. Nathusius enthält, Gespräche mit Dämonen) (Berl. 1852). Sie starb 20. Jan. 1859 zu Berlin. Ihre Sämtlichen Schrifteno erschienen in 11 Bänden (2. Aufl., Berl. 1853). Vgl. H. Grimm in L. Geigers Uen r rbucho, Bd. 1 (Frankf. a. M. 1880). Von ihren Töchtern hat Gisela von A. (vermählt mit Herm. Grimm) Dramatische Werkey (Bonn u. Berl. 1857—75) veröffentlicht.